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23.03.2003

11:54 Uhr

Seargent Krupp wird in diesen Krieg wohl nicht mehr eingreifen müssen. Jedenfalls nicht von seinem derzeitigen Standort. Seargent Krupp steht am Tor einer US-Basis nahe der süd-osttürkischen Stadt Mardin, auf der die US-Armee Lkw, Militärgerät und Ausrüstung zusammengezogen hat. Einer der neun Stützpunkte, die die USA in der Südosttürkei zur Vorbereitung eines Angriff auf den Nordirak haben einrichten durften, obwohl Ankara den Amerikanern die Stationierung von bis zu 62000 Mann untersagt hat. Die Lkw haben schon andere Kampfeinsätze hinter sich. "Kfor" prangt noch in deutlich sichtbaren Lettern auf den Flanken der olivgrünen Trucks.

Genau gegenüber der provisorischen Kaserne liegt ein Flugfeld, Hum-vees, jene ausladenden "Doppelachser des Bösen" fahren vor der provisorischen Kaserne vor und werden mit Bodenspiegeln von einer weiblichen, in schwererer Kampfmontur steckenden Soldatin akribisch untersucht. Geschäftige Betriebsamkeit herrscht auf dem Gelände. Es scheint noch nicht lange her, da die Amerikaner dieses Quartier bezogen haben. Gerade erst wird auf dem Wachhäuschen eine Sirene montiert, Zementblöcke zur Sicherung der Einfahrt in Position gebracht. Ob man einmal mit dem Kommandeur sprechen könnte? "Sorry", sagt der Seargent nachdem er sich vergewissert hat. "Rufen Sie bei "EU-Com" an."

Aber weder in der Europa-Zentrale des US-Militärs noch in Incirlik, der auch von den USA ge-nutzten türkischen Luftwaffenbasis zeigt man sich auskunftswillig. Die Amerikaner, so scheint es, haben ihren Einsatz in der Türkei stra-tegisch schon abgeschrieben, bevor sie überhaupt zum Einsatz gekommen sind. Die mit Panzern und Gerät beladenen US-Transportschiffe, die bislang vor Iskenderun auf Reede gelegen haben, drehen ab Richtung Persischem Golf. Seargent Krupp wird seinen Tornister wohl auch bald packen müssen.

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