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16.01.2003

11:58 Uhr

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Was bedeutet eigentlich BIP?

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt hat im abgelaufenen Jahr nur um 0,2 Prozent zugenommen - eine der Schlagzeilen vom heutigen Vormittag. Was heißt das?

Sieht man einmal vom Ausnahmejahr 1993 ab, als es zu einem Rückgang um 1,1 Prozent kam, ist unsere Wirtschaft so lahm gewesen wie seit der Wiedergewinnung der deutschen Einheit nicht mehr. Was aber ist eigentlich das BIP? Wer sich intensiver, wer sich hauptberuflich mit Wirtschaft befasst, weiß dies natürlich.

Für alle anderen eine kurze Definition: Das Bruttoinlandsprodukt ist ein zusammen fassendes Maß für die wirtschaftliche Leistung im Inland während einer Berichtsperiode. Das BIP entspricht dem Geldwert aller in einem Jahr im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen nach Abzug des Werts der im Produktionsprozess als Vorleistungen verbrauchten und importierten Güter. Zu diesen Vorleistungen, die abgezogen werden, gehören beispielsweise aus dem Ausland eingeführte Rohstoffe und Brennstoffe.

Dass nur schlappe 0,2 Prozent Wachstum heraus gekommen sind, ist keine Überraschung, belastet deshalb auch die Börse nicht sonderlich. Außerdem ist es eine "tote" Zahl: Sie ist zwar noch vorläufig, wird vom Statistischen Bundesamt also möglicherweise noch leicht korrigiert. Sie ist aber eine Zahl aus der Vergangenheit.

Für den Kapitalmarkt ist es jetzt viel wichtiger, ob sich das Wirtschaftswachstum 2003 wieder belebt: Die Prognosen sind vorsichtig positiv, pendeln um plus ein Prozent herum. Aber was taugen die Vorhersagen? Schon für 2002 hatten Wissenschaft und Politik viel mehr als die 0,2 Prozent erwartet. Übrigens macht die heutige Statistik endgültig klar: Die Probleme liegen im Inland, denn der Export ist eine wichtige Stütze geblieben. Dagegen haben Sie, die privaten Haushalte weniger gekauft und mehr gespart.

Also: Tun Sie was fürs BIP - bis morgen!

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