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21.01.2003

17:12 Uhr

Was wird aus den neuen Handys?

Handy-Branche wartet auf Nokia-Ausblick

Weit mehr als die am Donnerstag präsentierte Gewinnspanne der Finnen interessiert, was Konzernchef Jorma Ollila als Prognose für den Absatz der neuen Handy-Generation mit Bildübertragung, eingebauten Kameras und anderen schicken Neuerungen orakeln wird.

Nokias UMTS-Handy 6650. Foto:dpa

Nokias UMTS-Handy 6650. Foto:dpa

HB/dpa HELSINKI/STOCKHOLM. "Jetzt muss sich vor allem in Europa wirklich zeigen, ob die neue Generation von den Verbrauchern als nützlich eingeschätzt und angenommen wird", meint der Stockholmer Analyst Håkan Wranne von Fischer Partners.

Bisher hatte Nokia mit seiner letzten Vorhersage eines Wachstums von 10 Prozent für den Handy-Verkauf in 2003 die optimistischste Prognose in der Branche abgegeben. Die kam im Dezember vor dem Weihnachtsgeschäft, das nach Wrannes Einschätzung durchaus nicht ermutigend verlief. Noch immer gibt es zu wenig praktische Anwendungsmöglichkeiten, die vor allem den inzwischen fast völlig gesättigten Markt in Europa einen Schub für Erneuerungskäufe geben würde.

Bei aller Unsicherheit über die Marktentwicklung zweifelt niemand daran, dass Nokia wieder eine glänzende Bilanz mit fantastischen Gewinnen für Handys vorlegen wird. Dass hier für das vierte Quartal eine Ertragsrate von 24 Prozent und damit noch mehr als im dritten (22,2 Prozent) erwartet wird, zeigt für Wranne, wie souverän "Nokia immer noch in einer Liga für sich spielt". Auch bei den Marktanteilen marschieren die Finnen weiter nach oben. In Westeuropa hat Nokia nach der letzten Branchenübersicht des Analysedienstes Gartner Dataquest Ende 2002 schon die 50-Prozent-Marke überschritten und weltweit 35,9 Prozent erreicht.

Allerdings gingen in der zweiten Jahreshälfte in den USA Anteile an den Branchenzweiten Motorola verloren. Nokia sank von 32 auf 26,5 Prozent und bekam generell auch mit Samsung einen immer stärker werden Konkurrenten. Hinter Motorola mit weltweit 15 Prozent und Samsung mit 11 Prozent hielt Siemens laut Gartner seinen vierten Platz mit einem Marktanteil von 8,1 Prozent. Immer weiter abgefallen ist dagegen die Verbindung SonyEricsson, die es nur noch auf 4,8 Prozent brachte und gegenüber dem vorausgegangenen Jahr ein Drittel ihres Absatzes verlor.

Die Rolle von Nokia als alles andere überstrahlender und fast unfehlbarer Wegweiser für die Branche und beinahe die gesamte IT- Konjunktur hat nach Meinung von Wranne deutlich abgenommen: Die Finnen haben bei den letzten Quartalsprognosen regelmäßig daneben gelegen.

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