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12.02.2003

09:27 Uhr

Washington fürchtet „Allianz des Terrors“

USA: Tonband bestätigt bin Ladens Kontakt zum Irak

Die USA sehen ihre Ansicht bestätigt, dass es Verbindungen zwischen dem Irak und der Terrororganisation El Kaida gibt. Anlass ist eine angebliche Botschaft Osama bin Ladens, in der der El-Kaida-Chef die Moslems in aller Welt zum Kampf für das irakische Volk aufruft. Ein entsprechendes Tonband strahlte der arabische TV-Sender El Dschasira am Dienstagabend aus.

Colin Powell ist sich sicher: Es gibt Kontakte zwischen Osama bin Laden und dem Irak. Foto: dpa

Colin Powell ist sich sicher: Es gibt Kontakte zwischen Osama bin Laden und dem Irak. Foto: dpa

HB/bac/ink/law WASHINGTON. Darin warf eine männliche Stimme, die bin Laden zugeschrieben wird, den USA vor, den Irak besetzen zu wollen.

Außenminister Colin Powell hatte zuvor bereits einem Senatsausschuss in Washington von dem Band berichtet. Darin werde eine "Partnerschaft" mit dem Irak erklärt. Falls sich die Echtheit des Tonbands bestätige, weise dies auf eine "Allianz des Terrors" hin, sagte ein Regierungsbeamter in Washington. CIA-Chef George Tenet berichtete, der Regierung lägen Erkenntnisse vor, nach denen El Kaida Anschläge in den USA und der arabischen Region plant. Es handele sich um die "spezifischsten Berichte, die wir gesehen haben", sagte Tenet. Er berief sich auf abgehörte Kommunikation innerhalb des Terrornetzes. Die US-Regierung forderte die Bürger auf, Vorkehrungen für mögliche Anschläge zu treffen. Es sollten Lebensmittelvorräte für mindestens drei Tage angelegt werden.

Die Nato vertagte am Dienstag ohne Ergebnis ihre Krisenberatungen über eine Unterstützung der Türkei im Kriegsfall auf auf Mittwoch. Am Freitag legt Uno-Chefinspekteur Hans Blix dem Uno-Sicherheitsrat seinen neuen Irak-Bericht vor. Mit Rücksicht auf den britischen Premier Tony Blair wollen die USA eine zweite Uno-Resolution vorstellen, die einen Angriff auf den Irak legitimieren könnte. Am Dienstag schwenkte aber auch China auf die Linie Deutschlands, Frankreichs und Russlands ein, die mehr Zeit für die Uno-Inspekteure fordern. Trotz des Widerstandes der drei Veto-Mächte sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, die USA hätten noch Hoffnung auf eine Uno-Resolution für einen Irak-Krieg.

Obwohl die Bundesregierung derzeit unbeirrt an ihrem Anti-Kriegskurs festhält, räumten Regierungskreise jetzt ein, dass künftig eine neue Lagebeurteilung denkbar wäre. Kämen die Inspektoren zu dem Schluss, der Irak kooperiere nicht, sei Zwang als letztes Mittel nicht auszuschließen. Dazu bedürfe es aber einer zweiten Uno-Resolution. Bei der Abstimmung über diese Resolution würde Deutschland sich wahrscheinlich der Stimme enthalten. Kanzler Gerhard Schröder will am Donnerstag eine Regierungserklärung zum Irak-Konflikt abgeben.

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