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20.02.2002

00:00 Uhr

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WCM will Commerzbank nicht übernehmen

Die Beteiligungsgesellschaft WCM ist nach eigenen Angaben nicht an einer Übernahme der Commerzbank oder an einer Einflussnahme auf das operative Geschäft des Geldhauses interessiert.

rtr FRANKFURT. Das Engagement bei der Commerzbank sei auf mehrere Jahre angelegt, sagte WCM Vorstandschef Roland Flach am Dienstag in Frankfurt. "Eine Übernahme der Commerzbank steht nicht zur Diskussion."

WCM hatte am Vortag bekannt gegeben, ihren Anteil an der Commerzbank aufgestockt zu haben und nun 5,5 % zu halten. Die Beteiligung solle in den kommenden Monaten auf knapp unter zehn Prozent erhöht werden. Ein Teil der Aktien stamme aus dem Besitz des WCM-Großaktionärs, Familie Ehlerding, sagte Flach weiter. Ein weiterer Teil sei über die Börse gekauft worden oder sei bereits vorher im Besitz von WCM gewesen.

WCM sieht sich als "zuverlässiger Investor"

"Wir wollen die Commerzbank-Aktien mittelfristig halten und suchen nicht kurzfristig nach einem Käufer", sagte Flach. "Wir sind ein zuverlässiger Investor." Es gehe darum, die Strategie des Vorstands zu unterstützen und die Bank zu stabilisieren. Der Aktienkurs der Commerzbank, der deutlich unter dem Buchwert liege, habe ein Engagement geradezu herausgefordert.

Wie hoch der Anteil der Aktien aus dem Besitz Karl Ehlerdings sei, sagte Flach nicht. Bei der geplanten Aufstockung des WCM-Anteils an der Commerzbank werde man jedoch keine weiteren Ehlerding-Anteile kaufen. Es sei geplant, dass die Familie weiter an der Commerzbank beteiligt bleibe. Sie halte einen Commerzbank-Anteil, der unter fünf Prozent liege. An WCM ist Ehlerding mit 49 % beteiligt.

Die an der Börse gekauften Aktien seien zu Börsenkursen, nicht zu Durchschnittskursen erworben worden. Analysten schätzen, dass WCM zwischen 400 und 500 Mill. ? für den 5,5-prozentigen Anteil bezahlen musste.

Keine Anteile von Cobra übernommen

Flach betonte, dass WCM keine Anteile aus dem Umfeld der Investorengruppe Cobra gekauft habe. Analysten hatten am Vortag spekuliert, ein Teil des 5,5-prozentigen Anteils könne aus dem von Cobra kontrollierten Aktienbesitz stammen. Die Investorengruppe sucht bereits seit längerem nach einem Käufer für 9,98 % an der Commerzbank. Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann hatte einen Anteilsverkauf an WCM aber bereits am Vortag dementiert.

Mit den übrigen Großaktionären der Commerzbank, wie etwa der Münchener Rück, dem italienischen Versicherer Generali oder der Cobra habe WCM bislang noch nicht gesprochen. Auch ein Aufsichtsratsmandat bei der Commerzbank stehe bislang nicht zur Diskussion, sagte Flach weiter. Die im MDax notierte Aktie von WCM gab am Dienstagnachmittag um 3,01 % auf 10,65 % nach. Der Dax-Wert Commerzbank legte um 0,27 % auf 18,48 ? zu.

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