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12.02.2002

10:32 Uhr

Wechsel im Board

Body Shop bricht Übernahmegespräche ab

Die britische Kosmetikkette Body Shop, die in den achtziger Jahren als erstes Unternehmen der Branche den Anspruch auf "ethisches" Geschäftsgebaren erhob, will mangels zahlungswilliger Käufer unabhängig bleiben.

dpa LONDON. Wie Body Shop am Dienstag mitteilte, wurden seit September laufende Gespräche mit möglichen, ungenannten Interessenten an einer Übernahme abgebrochen.

Zugleich kündigte Anita Roddick (59), die die heute 556 Läden in 50 Ländern zählende Kette im Jahr 1976 mit dem ersten Geschäft im Seebad Brighton begründet hatte, einen Teil-Rückzug an. Roddick und ihr Ehemann wollen künftig nicht mehr den Vorsitz im Aufsichtsrat führen, sondern dort nur noch Mitglieder sein. Gemeinsam mit einem Freund aus Gründerzeiten kontrollieren sie aber weiterhin mehr als 50 % des Kapitals. Außerdem wird Vorstandschef Patrick Gournay durch den Nordamerika-Chef Peter Saunders ersetzt.

"Der Aufsichtsrat glaubt, dass weitere Verhandlungen nicht zu einem Ergebnis führen werden, das den potenziellen Wert des Unternehmens widerspiegelt", heißt es in einer Erklärung vom Dienstag. Nach der Mitteilung sank der Aktienkurs an der Londoner Börse um zehn Prozent auf 86 Pence. Nach Informationen aus Branchenkreisen hatten Anita und Gordon Roddick auf ein Angebot von 125 Pence pro Aktie gehofft, was Body Shop einen Börsenwert von rund 250 Mill. Pfund (404 Mio Euro) gegeben hätte.

Hinter den Schwierigkeiten, Kaufinteressenten für Body Shop zu finden, steht nach Ansicht von Analysten in London die Erkenntnis, dass das Unternehmen seine einstige Marktnische verloren habe. Während in den 80er-Jahren die Ankündigung, nur Kosmetika zu verkaufen, die umweltfreundlich sind oder nicht auf Grund von Tierversuchen produziert wurden, ungewöhnlich gewesen sei, werde diese Produktpalette heute auch in vielen "normalen" Läden angeboten.

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