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30.01.2004

11:25 Uhr

Wechsel vom Kostendrücker zum Kostenmanager

Auf der Suche nach der neuen Rolle

VonLars Reppesgaard (Handelsblatt)

Die Finanzchefs wollen nicht nur Kontrolleure, sondern Gestalter sein.

Auf ein Wort wie "Erbsenzähler" reagiert Bernd-Joachim Menn allergisch. "Natürlich gab und gibt es reale Gründe, warum diese Vokabeln fallen, wenn von der Arbeit der Finanzvorstände und ihrer Mitarbeiter die Rede ist", sagt der Bilanzexperte, der bis 2003 Chief Accounting Officer der Bayer AG war. "Aber unsere Aufgaben gehen immer stärker über das reine Kontrollieren hinaus." Er selbst sieht sich und seine Zunft als Gestalter, die Infrastruktur für sich rasant wandelnde Geschäftsprozesse bereit stellen.

Menns Einschätzung steht im Einklang mit dem Bild, das etliche seiner Berufsgenossen von sich und ihren Fachkollegen zeichnen: Wer heute für die Finanzen eines Unternehmens zuständig ist, muss nicht nur die Zahlen im Blick haben, sondern eine Rechnungsorganisation leiten, die in der Lage ist, flexibel und schneller denn je auf Änderungen zu reagieren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der IBM Business Consulting Services unter mehr als 450 Chief Financial Officers (CFO).

"Wir beobachten den Wechsel vom Kostendrücker zum Kostenmanager", fasst Gregor Pillen, Europa- Leiter des Bereichs Financial Management bei IBM Business Consulting Services, die Ergebnisse zusammen. Heute gebe es kaum noch Finanzexperten, die sich nicht für die Unternehmensabläufe selbst interessieren. Zwei Drittel der von IBM Befragten betrachten das Business- Performance-Management und die Steigerung des Shareholder-Values als ihre dringlichste Aufgabe. Weniger als 30 Prozent sehen allein das Bilanzmanagement als zentrales Thema.

Das ist eine kleine Überraschung, denn noch während der Boom-Jahre der ausgehenden Neunziger galten die Finanzvorstände vor allem als Bedenkenträger und Bremser, während Andere Visionen entwickelten. Doch die rasch steigende Zahl von Unternehmensübernahmen und Fusionen und ein wachsender Einfluss des Kapitalmarkts auf die Geschäftsentscheidungen der Manager sorgten dafür, dass die Zahlenakrobaten mehr als früher im Rampenlicht stehen.

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