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09.01.2002

19:00 Uhr

Wechsel von Finanzvorstand Kirsten belastet den Aktienkurs

Metro verfehlt Umsatzziel wegen starken Schneefalls

Schnee und Eis haben in der letzten Dezemberwoche das Geschäft des Düsseldorfer Metro-Konzerns in Deutschland sowie Süd- und Osteuropa beeinträchtigt. Konsequenz: Es reichte am Ende für Europas drittgrößten Handelskonzern nicht ganz, die Jahresprognose von 6 % zu erfüllen - obwohl das Weihnachtsgeschäft erfreulich verlief und das vierte Quartal einen Zuwachs von 7,1 % brachte.

rv DÜSSELDORF. Wie die Metro AG bekannt gab, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 5,5 % auf 49,5 Mrd. Euro. Er lag damit deutlich über dem Branchenschnitt. Nach Schätzung des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels gelang der Branche nur ein nominales Wachstum von 1,2 %. Metro macht 44,4 % seines Umsatzes im Ausland.

Das Metro-Management hält an seiner Gewinnprognose für 2001 fest, nach der ein Plus "von mindestens 10 %" auf 1,21 Euro je Aktie erwartet wird. Obwohl die Metro-Zahlen im Rahmen der Analysten-Erwartungen lagen gab die Aktie gestern um 2 bis 3 % nach. Grund dafür ist laut Matthias Reschke, Analyst von Schroder Salomon Smith Barney in London die Nachricht, dass Metro-Finanzvorstand Stefan Kirsten zu Thyssen-Krupp wechselt. Kirsten habe bei Metro unter anderem für die Ausrichtung auf den Kapitalmarkt gestanden, erläuterte der Analyst, der die negative Reaktion der Börse allerdings für übertrieben hält. Metro werde zweifellos auch künftig an seiner Kapitalmarktorientierung festhalten.

Mit den Metro-Zahlen zeigte sich Reschke zufrieden. Zum einen, weil die wichtige Ertragsstütze Media Markt/Saturn ihre Schwächephase im zweiten und dritten Quartal überwunden hat und in die Wachstumszone zurückgekehrt ist. Zum andern weil auch die SB-Warenhaus-Tochter Real nach einem schwachen dritten Quartal zum Jahresende wieder zulegen konnte. Er schätzt das Umsatzplus der Sparte auf 2 bis 3 %.

Aus Sicht von Joachim Bernsdorff, Analyst bei Fortis Investment Research in Frankfurt, sollte sich der Metro-Konzern auf sein Kerngeschäftsfeld Cash & Carry (Selbstbedienungs-Großhandel) konzentrieren. Hier liege die Rendite bei 3 %. "Das ist ein tolles Konzept. Das läuft in Schwellenländern und in gesättigten Märkten", resümiert der Analyst. Bernsdorff schätzt, dass sich der stark internationalisierte Metro - Konzern auch 2002 wieder gut schlagen werde. Der Analyst erwartet ein Umsatzwachstum von 7 % und ein Ergebnisplus, das erneut im zweistelligen Bereich liegen wird, da Metro vor allem in seinen gewinnträchtigen Sparten wachsen werde und die Anlaufverluste seiner Auslandsexpanion sinken würden.

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