Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.02.2002

08:45 Uhr

Wegen nicht abgeführter Mehrwertsteuer

Post droht milliardenschwere Steuernachzahlung

Die Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen fordern allein für 1998 und 1999 eine Milliarde Euro, möglicherweise werden weitere Nachzahlungen fällig.

rtr BERLIN. Der Deutschen Post AG drohen einem Zeitungsbericht zufolge Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe. Wie die "Bild"-Zeitung am Freitag vorab berichtete, wollen die Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen von dem Unternehmen fast eine Milliarde Euro für nicht abgeführte Mehrwertsteuer in den Jahren 1998 und 1999 verlangen. Entsprechende Prüfungen im Düsseldorfer Finanzministerium stünden kurz vor dem Abschluss, berichtete das Blatt unter Berufung auf Kreise im Haushalts- und Finanzausschuss des Bundestages. Nachzahlungen in Höhe von 455 Mill. ? könnten für die Jahre 2000 und 2001 fällig werden, hieß es in dem Bericht.

Die Zeitung zitierte den Haushaltsexperten der CDU-Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Fuchtel mit den Worten, die Finanzämter könnten die Steuer nachfordern, weil bisher bei der Deutschen Post AG noch keine Betriebsprüfungen stattgefunden hätten.

Das Bundesfinanzministerium hatte die Finanzbehörden in Nordrhein-Westfalen angewiesen, mögliche Unregelmäßigkeiten beim Abrechnen der Mehrwertsteuer durch die Deutsche Post AG zu untersuchen. Hintergrund sind Berichte, wonach die Post Geschäftskunden zu Unrecht die Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt habe, obwohl Finanzminister Hans Eichel (SPD) das Unternehmen durch eine Sonderregelung von der Mehrwertsteuer in bestimmten Bereichen befreit hatte. Die Post hatte dies zurückgewiesen.

Post weist Bericht über drohende Steuernachzahlung zurück

Die Deutsche Post hat den Zeitungbericht indessen zurückgewiesen. Von einer bevorstehenden Entscheidung im nordrhein-westfälischen Finanzministerium sei der Post nichts bekannt, erklärte der Finanzvorstand des Unternehmens, Edgar Ernst, am Freitag in Bonn. Das Finanzministerium selbst äußerte sich unter Verweis auf das Steuergeheimnis nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×