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18.01.2001

14:11 Uhr

Weiter offensive Mitgliederwerbung geplant

Mitgliederschwund bei IG Metall noch nicht gestoppt

Die IG Metall hat den Mitgliederschwund trotz zahlreicher Neuaufnahmen im Jahr 2000 nicht stoppen können. Fast die Hälfte der neu geworbenen Mitglieder seien jünger als 25 Jahre, jedes vierte Neumitglied ein Auszubildender.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die IG Metall hat den Mitgliederschwund trotz zahlreicher Neuaufnahmen im Jahr 2000 nicht stoppen können. Zum Jahresende hatte die größte deutsche Einzelgewerkschaft 2,763 Mill. Mitglieder, teilte Kirsten Rölke vom Vorstand der IG Metall am Donnerstag in Frankfurt/Main mit. Wegen des Eintritts der früheren Gewerkschaft Holz und Kunststoff (GHK) sei dies im Vergleich zum Vorjahr zwar ein Plus, ohne die 132 000 GHK-Mitglieder ergebe sich aber ein Verlust von 2,5 %. Seit dem Aderlass zu Beginn der 90er Jahre habe sich die Gewerkschaft "aus einem tiefen Tal hoch gearbeitet". Bis 2003 will die IG Metall das Verhältnis von Abgängen und Eintritten mindestens ausgleichen.

Bei den Neuaufnahmen wurde nach Angaben von Rölke seit Mai eine "Trendwende" erreicht. Insgesamt gewann die IG Metall bis Ende 2000 rund 96 000 neue Mitglieder, 4,35 % mehr als im Vorjahr. In Bayern habe es erstmals einen echten Zuwachs gegeben, Baden- Württemberg sei nahe dran. Fast die Hälfte der neu geworbenen Mitglieder seien jünger als 25 Jahre, jedes vierte Neumitglied ein Auszubildender. "Der IG Metall läuft nicht die Jugend weg", betonte Rölke. Obwohl in Westdeutschland 18 % der Arbeitsplätze für junge Arbeitnehmer weggefallen seien, habe die Gewerkschaft ihren Mitgliederbestand bei den Jugendlichen seit 1997 gehalten. Der Jugendanteil liege derzeit bei sieben Prozent.

Ende 1999 vertrat die IG Metall rund 2,702 Arbeitnehmer, ein Jahr später waren es 2,763 Mill.. In diesem Zuwachs von 2,3 % (61 489 Mitglieder) sind die GHK-Mitglieder enthalten. Ohne sie liegt der Mitgliederverlust bei 2,5 %. "Wir sind also immer noch mit etwa 70 000 Mitgliedern im Minus", sagte Rölke. In der Metallwirtschaft hätten in den vergangenen Jahren mehr als eine Million Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren. "Keine Gewerkschaft kann diesen Verlust auch an Mitgliedern ausgleichen", betonte das Vorstandsmitglied. Der Mitgliederschwund habe nichts mit einem Vertrauensverlust zu tun. "Das Ansehen der IG Metall ist intakt", sagte Rölke.

In diesem Jahr will die IG Metall weiter offensiv neue Mitglieder werben. Dazu werden in den 173 Verwaltungsstellen unterschiedliche Projekte geplant, in die mehr als zwölf Mill. DM investiert werden. Eine bundesweit einheitliche Kampagne werde es nicht geben. "Wir wollen Maßanzüge für jeden Betrieb, jede Personengruppe, jede Branche", sagte Rölke. Besonders umworben werden sollen Jugendliche, Beschäftigte in der IT-Branche und in Call-Centern, Leiharbeiter, Arbeitnehmer in Kleinbetrieben und Konzern-Verbünden von Siemens, Bosch und MAN.

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