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08.01.2002

11:30 Uhr

Weitere Arbeitsplatzverluste möglich

Philips erwartet eine Milliarde Euro von Einsparungen

Die im vorigen Jahr angekündigten Einsparungen beim niederländischen Elektronikkonzern Philips sollen letztlich drei Mal so viel einbringen wie geplant war.

dpa AMSTERDAM. Wie Philips-Chef Gerard Kleisterlee in einem am Dienstag veröffentlichten Interview des "Wall Street Journals" mitteilte, wird der Konzern in der zweiten Hälfte des Jahres 2003 davon mit einer Milliarde Euro profitieren. Bei Ankündigung der Umstrukturierung mit dem Verlust von 12 000 Arbeitsplätzen war Kleisterlee noch von 300 Mill. ? ausgegangen.

Die Umstrukturierung mit dem Ziel 25-prozentiger Kosteneinsparung sei nicht abgeschlossen, wenn die meisten der 12 000 Arbeitsplätze im laufenden Jahr verschwunden seien. Weitere Arbeitsplatzverluste seien möglich, deutete der Konzernchef an. "Es gibt noch mehr tief hängende Früchte, die abgeschnitten werden können", sagte Kleisterlee. "Es gibt noch zu viele Überlappungen, noch immer sind zu viele Leute damit beschäftigt, das Rad neu zu erfinden."

Philips wird nach den Angaben von Kleisterlee im Geschäftsjahr 2002 die Ziele erreichen, um innerhalb von fünf Jahren den Umsatz um zehn Prozent und den Gewinn um 15 % wachsen zu lassen. "Philips ist in den letzten zehn Jahren nicht gewachsen. Ich möchte diesen Verfall stoppen", sagte der Philips-Chef.



Analysten erwarten rote Zahlen

Das vorige Jahr sei für Europas größten Hersteller von Konsumentenelektronik schwer gewesen, räumte Kleisterlee ein. Wenn im nächsten Monat die Ergebnisse für 2001 veröffentlicht werden, erwarten Analysten zum ersten Mal in zehn Jahren rote Zahlen.

Im Rahmen des Sparprogramms will sich Philips vom Geschäftsbereich Contract Manufacturing Services trennen. Die Sparte mit weltweit 9 000 Mitarbeitern beliefert Philips und andere Elektrokonzerne mit Elektronikteilen. Der Verkauf könnte nach Kleisterlees Einschätzung rund 500 Mill. ? einbringen.

Gerüchte, wonach Philips seinen Halbleiterbereich mit anderen Chipherstellern fusionieren wolle, dementierte Kleisterlee. Im Gegenteil suche er nach Kaufgelegenheiten unter kleineren Halbleiterherstellern, die einen größeren Marktanteil bei Produkten mit hohem Wachstumspotenzial haben. Hierzu gehören Chips für digitale Produkte, Audio und Autoelektronik.

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