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23.01.2001

13:46 Uhr

dpa MOSKAU. Russland will wieder verstärkt im Nahost- Friedensprozess mitwirken und zusammen mit den USA eine Entwicklung "nach dem schlimmsten Szenario" verhindern. Das erklärte Präsident Wladimir Putin am Dienstag nach einem Treffen mit seinem israelischen Kollegen Mosche Katzav im Kreml. Russland wolle noch die weitere Zusammenstellung der neuen US-Regierung abwarten, um anschließend mit Washington "Mannschaften zu bilden, die den Friedensprozess weiterbringen". Russland ist gemeinsam mit den USA Schirmherr des Nahost-Friedensprozesses, hat aber in den vergangenen Jahren die Federführung weitgehend den USA überlassen.

Zunächst müsse eine weitere Eskalation des Konflikts im Nahen Osten unterbunden werden. "Wir unternehmen alles nur Mögliche zusammen mit den USA, um eine negative Entwicklung zu verhindern", sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax. Katzav betonte, dass es "in der nächsten Zeit" keinen Krieg zwischen Israel und den Palästinensern geben werde. "Eine derart gefährliche Entwicklung passt weder in die Pläne Israels noch anderer Kräfte in Nahen Osten."

Putin für Ende der Gewalt

Putin sprach sich für ein Ende der Gewalt in der Krisenregion aus. "Eine Eskalation der Gewalt darf nicht zugelassen werden, die Gewalt muss beendet werden", sagte Putin. Nach Katzavs Meinung lag die Schuld an der gesamten Entwicklung ausschließlich bei Palästinenserpräsident Jassir Arafat. "Er hat nicht eines der Versprechen gehalten, die er vier israelischen Regierungschefs gegeben hat", zitierte ihn Interfax. "Hätte er sie gehalten, dann hätten wir im Nahen Osten jetzt nicht das, was wir gerade haben."

Katzav unterstrich, dass der Friedensprozess für Israel selbst "unverzichtbar" sei. Sein Land werde alles für seine Fortsetzung unternehmen. Dabei unterstrich er erneut den "großen Einfluss" Russlands auf die Entwicklung im Nahen Osten. "Russland hat gute Beziehungen zur arabischen Welt, und dies könnte für Israel zweifellos neue Möglichkeiten für einen Dialog eröffnen", hatte Katzav zuvor in einem Interview der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" gesagt.

Der israelische Präsident war am Morgen zu einem dreitägigen offiziellen Besuch in Moskau eingetroffen. Neben Gesprächen mit Außenminister Igor Iwanow und Regierungschef Michail Kasjanow sind noch Treffen mit Vertretern beider Kammern des russischen Parlaments vorgesehen. Am Donnerstag reist Katzav nach Georgien weiter.

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