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13.01.2003

17:35 Uhr

Weitere Festnahmen nach Ricin-Fund

Jagd auf englische Giftmischer

Die britische Polizei hat einem Bericht des Senders "Sky News" zufolge in der Nacht zum Montag sechs weitere Personen in Zusammenhang mit dem Fund des tödlichen Giftes Ricin festgenommen.

Reuters LONDON. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass im südenglischen Küstenort Bournemouth fünf Männer und eine Frau festgenommen worden seien. Die Polizei habe im Rahmen laufender Ermittlungen ein Gebäude durchsucht und die Festnahmen vorgenommen. Ob eine Verbindung zu dem Ricin-Fund bestand, sagte er nicht. In der vergangenen Woche hatte die Polizei bei einer Razzia im Norden Londons Ricin gefunden. Vier der dabei festgenommenen Nordafrikaner erschienen am Montag vor Gericht.

Ricin ist ein Eiweiß aus dem Samen der Rizinuspflanze. Der leicht herzustellen und zu lagernde Stoff ist hochgiftig: Bereits eine geringe Menge kann zum Tode führen, ein Gegenmittel gibt es nicht. Die Zeitung "The Times" hatte im November 2001 berichtet, die El-Kaida-Organisation des Moslemextremisten Osama bin Laden plane die Herstellung von Ricin.

Ein Richter in London setzte am Montag den Beginn des Verfahrens gegen die vier festgenommenen Nordafrikaner auf den 17. Januar fest. Sie stünden im Verdacht, eine chemische Waffe herstellen und einen Terroranschlag verüben zu wollen, sagte er. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 33-jährigen Mann, zwei Brüder im Alter von 18 und 26 Jahren sowie einen Minderjährigen. Ursprünglich waren drei weitere Personen festgenommen worden. Einem wird Fälschung -, dem zweiten Drogendelikte vorgeworfen und der Dritte ist der Einwanderungsbehörde übergeben worden.

Großbritannien ist einer der engsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgerufen worden war. In den vergangenen Monaten hatte die britische Regierung wiederholt vor terroristischen Anschlägen auch mit chemischen oder biologischen Kampfstoffen gewarnt. Aus britischen Polizeikreisen verlautete am Montag, große Mengen Ricins könnten sich weiterhin in den Händen von Extremisten in Großbritannien oder im Ausland befinden.

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