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26.06.2000

15:35 Uhr

Reuters MÜNCHEN. Die Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern rechnen im laufenden Jahr mit Betriebsergebnissen auf Vorjahresniveau und erwarten weitere Fusionen unter den Genossenschaftsbanken. Die höheren Provisionen, die vor allem aus dem Wertpapiergeschäft zu erwarten seien, könnten die engeren Margen aus dem zinsabhängigen Geschäft ausgleichen, sagte der Präsident des Genossenschaftsverbandes Bayern, Wilhelm Frankenberger, am Montag vor dem Beginn des Verbandstages in München. Das Betriebsergebnis der Genossenschaftsbanken dürfte sich bei 0,97 % des durchschnittlichen Geschäftsvolumens halten lassen, prognostizierte er.

Der Boom im Wertpapiergeschäft habe sich in den ersten fünf Monaten fortgesetzt. Der Absatz an Fondsanteilen, Aktien und Rentenwerten sei in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 130 % auf 8,0 Mrd. DM gestiegen und erreichte damit fast den Wert für das gesamte Jahr 1999 von 9,4 Mrd. DM. Im Gegenzug nahmen den Verbandsangaben zufolge die Einlagen bei den Genossenschaftsbanken in Bayern um 2,8 % auf 142,8 (Ende 1999: 146,9) Mrd. DM ab. Das Kreditvolumen blieb mit 119,8 Mrd. DM fast unverändert. Der Trend gehe noch immer zu längerfristigen Krediten, sagte Frankenberger.

Der Verbandschef betonte, die Raiffeisen- und Volksbanken wollten sich nicht aus der Finanzierung kleinerer und mittlerer Unternehmen zurückziehen. Nur drei Prozent der von Genossenschaftsbanken ausgereichten Kredite an Firmen - zusammen 60 Mrd. DM - umfassen mehr als eine Million DM.

Die Fusionswelle bei den Genossenschaftsbanken wird Frankenberger zufolge auch in Bayern andauern. Nach 55 Zusammenschlüssen im vergangenen Jahr seien 2000 rund 50 Fusionen zu erwarten, sagte Frankenberger. Bis Ende Mai hatten sich bereits 13 Volks- und Raiffeisenbanken zusammengeschlossen.

Der Verband steht nach Frankenbergers Worten einem Übergang der Bankenaufsicht auf die Bundesbank positiv gegenüber. Mit der Einbindung der Zentralbank habe man gute Erfahrungen gemacht. Er kritisierte zugleich den Bundesverband deutsche Banken, der sich gegen die Pläne ausgesprochen hatte. Als Betroffene sollten sich die Großbanken aus der Diskussion heraushalten. Der von der US-Ratingagentur Standard & Poor's vorgeschlagenen Umwandlung der genossenschaftlichen Institute in Aktiengesellschaften erteilte Frankenberger eine Absage.

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