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21.03.2003

14:33 Uhr

Weitere Raketen auf Kuwait

Umm Kasr nach heftigen Kämpfen eingenommen

Amerikanisch-britische Truppen haben am Freitag die südirakische Hafenstadt Umm Kasr nach mehrstündigen Gefechten eingenommen. Ein eingeflogener Reporter des US-Fernsehsenders CNN berichtete, in der strategisch wichtigen Stadt sei es inzwischen wieder ruhig. Eine größere Zahl von Gefangenen werde in einem Lagerhaus festgehalten.

Die US-Truppen auf dem Vormarsch. Foto: dpa

Die US-Truppen auf dem Vormarsch. Foto: dpa

HB/dpa KUWAIT-STADT/BAGDAD. Der britische Premier Tony Blair bestätigte, dass die Halbinsel Fao vor der Hafenstadt Basra ebenfalls fest in der Hand der Alliierten sei. Die wichtigen Ölquellen seien gesichert. Damit werde eine ökologische Katastrophe verhindert. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass weiterer Widerstand zu erwarten sei und sich nicht alle gesetzten Ziele über Nacht verwirklichen ließen. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon hatte zuvor im Unterhaus erklärt, dass rund 30 Ölquellen im Südirak in Brand gesetzt seien. Er machte keine genauen Angaben, wo die Ölquellen liegen. CNN zeigte Bilder aus Kuwait-Stadt, wo dichte schwarze Rauchwolken am nördlichen Horizont zu sehen waren.

Nach einer mehrstündigen Ruhe- und Auftankpause setzten die amerikanischen Infanteriekräfte ihren Vormarsch auf Bagdad fort. Ein CNN-Reporter, der sich in vorderer Linie bei den Truppen befand, berichtete, dass sich die Fahrzeuge mit Geschwindigkeiten von mehr als 50 Stundenkilometern durch die Wüste nach Norden bewegten. Die amerikanischen und britischen Einheiten könnten bereits "binnen drei bis vier Tagen" die irakische Hauptstadt erreichen, sagte am Freitag ein britischer Militärsprecher. Die irakische Regierung widersprach den Erfolgsmeldungen der Alliierten.

Unterdessen setzte die irakische Armee ihre Raketenangriffe auf Kuwait am Freitag fort. In der Hauptstadt heulten mehrfach die Sirenen. Ein lauter Knall war zu hören. Nach kuwaitischen Angaben konnte die Luftabwehr des Golfemirats am Freitag eine irakische Rakete abfangen, die gegen den Luftwaffenstützpunkt Ali el Salim in El Dschahra gerichtet war.

Irakische Einheiten um die südirakische Großstadt Basra sollen sich nach US-Angaben in großer Zahl ergeben haben. Eine unabhängige Bestätigung gab es dafür nicht. Bagdad bezeichnete Aufnahmen von irakischen Soldaten mit erhobenen Händen als Fälschungen. Aus der nordirakischen Stadt Mosul, der zweitgrößten Stadt des Landes, wurden nach Luftangriffen zum Teil heftige Explosionen gemeldet. Die von den USA angekündigten massiven Luftbombardements blieben zunächst aber weiter aus.

Militärbeobachter sahen Anzeichen dafür, dass sich der irakische Präsident Saddam Hussein auf die Verteidigung der Hauptstadt Bagdad konzentriert. Es war weiter unklar, ob der irakische Machthaber bei den gezielten Luftangriffen zu Beginn des Krieges verletzt worden ist. Der irakische Informationsminister Mohammed Sajjid el Sahhaf Sajjid el Sahhaf trat erneut solchen Berichten entgegen. Auch den Mitgliedern der Präsidentenfamilie, deren Haus bombardiert worden, sei, sei nichts geschehen.

Die Alliierten meldeten die ersten Verluste. In Nord-Kuwait kamen nach offiziellen Angaben acht britische und vier amerikanische Soldaten beim Absturz eines Helikopters ums Leben. Der Transporthubschrauber vom Typ CH-46 Sea Knight sei nicht durch feindlichen Beschuss abgestürzt, sagte ein britischer Militärsprecher. Außerdem wurde ein US-Marineinfanterist nach Meldungen des US-Nachrichtensenders CNN bei Kämpfen tödlich verwundet. Bei den alliierten Luftangriffen wurden laut CNN auf irakischer Seite bislang fünf Soldaten und ein Zivilist getötet.

In der Hauptstadt Bagdad herrschte am Freitag relative Ruhe, nachdem die Stadt in der Nacht zuvor erneut mit mehreren Marschflugkörpern angegriffen worden war. Dabei wurden nach irakischen Angaben 37 Zivilisten verletzt. Am Morgen zeigte die Stadt nach Berichten der dort stationierten dpa-Korrespondenten eine relative Normalität. Einige Geschäfte waren geöffnet. Bei den Luftangriffen waren mindestens zwei Regierungsgebäude im Umfeld des irakischen Präsidentenpalastes gezielt getroffen worden, wie Journalisten sehen konnten.

Nach dem Freitagsgebet in der Kairoer Al- Azhar-Moschee kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Kriegsgegnern und der ägyptischen Polizei. In ganz Pakistan demonstrierten Islamisten gegen den Krieg.

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