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04.03.2003

11:32 Uhr

Weitere Raketen zerstört

UN-Inspekteure untersuchen Bio-Bomben

Die Inspekteure der UN-Waffenkontrollmission im Irak (UNMOVIC) haben damit begonnen, Flugzeugbomben zu analysieren, die mit biologischen Kampfstoffen gefüllt waren. Das bestätigte UNMOVIC-Sprecher Hiro Ueki am Dienstag in Bagdad.

Die Waffeninspektionen im Irak gehen weiter. Foto: dpa

Die Waffeninspektionen im Irak gehen weiter. Foto: dpa

HB/dpa BAGDAD. Irakische Experten hatten vor zwei Wochen unter UNMOVIC-Beobachtung mit Grabungen an einem Sprengplatz bei El Asisiya 100 Kilometer südlich von Bagdad begonnen, wo der Irak im Sommer 1991 nach eignen Angaben 157 Bomben vom Typ R-400 vernichtet haben will.

"Gestern wurden weitere Proben entnommen und in unserem Labor in Bagdad einer Anfangsanalyse unterzogen", erklärte Ueki. Der Sprecher wollte zu etwaigen ersten Ergebnissen noch nicht Stellung nehmen. Die in El Asisiya vernichteten Bomben waren nach irakischen Angaben mit Anthrax, Botulinum und Aflatoxin gefüllt. Der Nachweis, dass alle 157 Bomben auch wirklich vernichtet wurden, zählt zu den seit langem erhobenen Forderungen der UN-Waffenkontrolleure an den Irak.

Wie Ueki weiter ausführte, wurden am Montag zwei weitere Wissenschaftler von UN-Inspekteuren vertraulich befragt. Bei den Gesprächen waren weder regierungsamtliche Begleiter anwesend noch zeichneten die Wissenschaftler die Befragung mit einem Kassettenrecorder auf. Gespräche dieser Art waren vom Irak beziehungsweise den betroffenen Wissenschaftlern lange abgelehnt worden. Nach drei Interviews Anfang Februar kam es erst vor vier Tagen wieder zu solchen vertraulichen Befragungen.

Wie im Informationsministerium in Bagdad bekannt wurde, zerstörten die Iraker am Dienstag trotz eines islamischen Feiertags mindestens drei weitere Kurzstreckenraketen vom Typ Al-Samoud-2 in einer Anlage in El Tadschi, nördlich von Bagdad. Bis zum Montag waren 16 Raketen dieses Typs zerstört worden sowie zwei Sprengköpfe. UN-Chefwaffenkontrolleur Hans Blix hatte die Al-Samoud-2 für unzulässig erklärt, weil sie gegen die Reichweiten-Auflagen der UN-Resolutionen verstößt. Der Irak muss gemäß der Anordnung von Blix 120 Raketen sowie sämtliche Bauteile, Triebwerke und Pläne vernichten.

Die Inspekteure der UNMOVIC und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) waren am Dienstag insgesamt an sechs Orten im Irak aktiv. Wie das irakische Direktorat für die Zusammenarbeit mit den Inspekteuren mitteilte, suchten sie unter anderem die Raketen-Anlagen El Mutasim und El Qaqaa südlich von Bagdad auf. Weitere Inspektionen gab es in einer Chemiefabrik in Nahrwan 25 Kilometer östlich von Bagdad und einem Zollamt nördlich der nordirakischen Stadt Mosul.

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