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18.03.2003

10:00 Uhr

Weitere Verdachtsfälle

Weltweit Besorgnis wegen mysteriöser Lungenerkrankung

Die mysteriöse, bislang nicht behandelbare Lungenentzündung löst weltweit Besorgnis aus. In Deutschland gab es nach Medizinerangaben am Montag drei weitere Verdachtsfälle. Zur Zeit sind ein Arzt aus Singapur und seine Schwiegermutter mit dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Severe Acute Respiratory Syndrome/SARS) infiziert und werden auf einer Isolierstation in Frankfurt behandelt.

Kompetenzzentrums für Infektiologische Isolation im Städtischen Klinikum St. Georg in Leipzig, Foto: dpa

Kompetenzzentrums für Infektiologische Isolation im Städtischen Klinikum St. Georg in Leipzig, Foto: dpa

HB/dpa FRANKFURT/GENF/HONGKONG. Seine schwangere Ehefrau hat ebenfalls Symptome der lebensgefährlichen Krankheit. Alle drei befanden sich auf dem Rückflug von New York nach Singapur über Frankfurt. Zwei weitere Patienten, die aus Fernost zurückgekommen waren, werden nach Behördenangaben in Berlin und Leipzig mit Verdacht auf SARS behandelt.

Am Nachmittag seien bei dem Berliner Patienten Symptome wie Fieber-, Muskel- und Halsschmerzen aufgetreten. Sein Arzt habe ihn wegen dessen Reise nach Asien sofort in der Praxis isoliert und das Gesundheitsamt informiert. Wie die Berliner Tageszeitung "B.Z." (Dienstag) berichtet, waren in der entsprechenden Maschine der Singapore Airlines auch sechs Berliner und ein Mensch aus Brandenburg. Sie stünden unter Beobachtung der örtlichen Gesundheitsämter. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät vor allem Asien-Reisenden, auf Anzeichen wie Fieber, Muskelschmerzen, Heiserkeit, Atemnot und Husten zu achten.

Auch in Kliniken von Großbritannien, Frankreich, Slowenien, Österreich und Australien liegen Patienten mit Verdacht auf diese Lungenentzündung. In Hongkong hat ein sprunghafter Anstieg der Verdachtsfälle neue Ängste vor der Krankheit ausgelöst. Allein in Hongkong stieg die Zahl der mit SARS-Verdacht in Krankenhäuser gebrachten Menschen am Montag von 41 auf 95, berichteten die Behörden. Insgesamt stehen rund 150 Menschen unter anderem in Hongkong, Vietnam und Singapur unter Quarantäne. Auch die 83 Passagiere, die mit dem infizierten Singapurer Arzt in dem Flieger saßen, sollen bis Samstag ihr Haus nicht verlassen.

In Kanada hat sich die Zahl der Infizierten nach Presseberichten unterdessen auf zehn erhöht. Nach Angaben des Berliner Robert Koch- Instituts (RKI) waren bis zum 15. März weltweit mindestens vier Menschen an SARS gestorben. Mediziner der betroffenen Länder und Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) suchen mit Hochdruck nach der Ursache für das SARS, ein Erreger konnte aber bislang nicht gefunden werden. Die WHO schätzt die Krankheit deshalb als weltweite Bedrohung ein. Unklar sei auch noch, ob die bisher bekannten Fälle auf denselben Erreger zurückzuführen sind. Nach Angaben des hessischen Sozialministeriums werden Proben aus Frankfurt derzeit in drei deutschen Hochsicherheitslabors untersucht: an der Universität Marburg, am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin und am Bernhard- Nocht-Institut in Hamburg.

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