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10.01.2004

20:40 Uhr

Weltcup in Seefeld

Kombinierer Georg Hettich erzielt Rang drei

Der Nordische Kombinierer Georg Hettich stand beim Weltcup in Seefeld auf dem Treppchen. Björn Kircheisen ist für fünf Tage gesperrt worden.

HB BERLIN. Der Rohrhardsberger Georg Hettich hat als Dritter der Nordischen Kombination von Seefeld sein bislang bestes Saison-Resultat gefeiert. Der Team-Vizeweltmeister musste sich im Sprint nach einem Sprung und 7,5-Kilometer-Langlauf nur den beiden Finnen Hannu Manninen und Samppa Lajunen beugen. Manninen lag in 17:47,5 Minuten 3,5 Sekunden vor Olympiasieger Lajunen und 9,0 Sekunden vor Hettich.

«Ich freue mich riesig. Beim Lauf habe ich gemerkt, dass ich richtig gut in Schuss bin. Da habe ich versucht, mit den Finnen mitzuhalten. Das ging am Ende gut aus.» Bundestrainer Hermann Weinbuch sagte: «Ich bin sehr froh, dass der Georg seine gute Ausgangsposition genutzt hat. Endlich ist er wieder da, wo er hingehört.»

Die gute Leistung der Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV) komplettierten Sebastian Haseney (Zella-Mehlis) und Serien-Sieger Ronny Ackermann (Oberhof) auf den Rängen fünf sowie sieben. Ackermann verteidigte damit seine Führung im Gesamtweltcup und liegt dort mit 698 Punkten vor Manninen (610), Lajunen (437) und Haseney (415).

Ackermann haderte mit seinem schlechten Wettkampfsprung. «Das Timing am Schanzentisch hat nicht gestimmt. Ich war zu früh dran.» Ackermann sprang nur 85 Meter (Hettich 89,5) und war beim Kampf um den Sieg chancenlos. «Das Rennen war brutal hart. Nach dem Sprunglauf-Resultat bin ich am Ende mit Platz sieben hoch zufrieden.»

Der sechsmalige Junioren-Weltmeister Björn Kircheisen ist vor dem Sprint-Weltcup wegen zu hoher Hämoglobinwerte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden und durfte deshalb nicht zum Wettbewerb antreten. Die deutsche Mannschaftsführung bestritt, dass der Johanngeorgenstädter mithilfe von Dopingmitteln sein Blut manipuliert hätte.

«Dass ein Dopingvergehen von Björn Kircheisen vorliegt, schließe ich aus», erklärte Teamarzt Dr. Ludwig Geiger dem Sport-Informations-Dienst. Kircheisen war zuvor bei der Blutwert-Kontrolle des Internationalen Skiverbandes Fis mit einem Hämoglobinwert von 17,1 aufgefallen. Erlaubt sind im Gegensatz zum Skilanglauf (17,5) bei den Nordisch-Kombinierten nur 17,0. Der Hämoglobinwert ist ein Maß für den Anteil der Roten Blutkörperchen im Blut.

Kircheisen hätte laut Geiger einen normalen Wert von etwa 16,4, der im Bereich des Wertes von Weltcup-Spitzenreiter Ronny Ackermann (Oberhof) liegt. Geiger begründete den zu hohen Wert damit, dass Kircheisen aufgrund von privatem und sportlichem Stress in den Tagen vor dem Weltcup permanent zu wenig getrunken hätte. Die deutsche Mannschaftsleitung hat, so Geiger weiter, sofort auf einer regulären Urin-Dopingkontrolle bestanden. Diese sollte in Abstimmung mit FIS-Renndirektor Ulrich Wehling am späten Samstag nachmittag in einem nahegelegenen Krankenhaus erfolgen.

Kircheisen selbst erklärte: «Ich habe ein absolut reines Gewissen. In den letzten Tagen kam halt bei mir vieles zusammen, und auf der Höhe hier wirkt es sich offenbar extrem aus, wenn man zu wenig trinkt.» Das Ergebnis des Dopingtests bei Kircheisen wird in etwa einer Woche bekannt werden.

Die FIS belegt alle mit zu hohen Blutwerten auffälligen Aktiven mit einer Schutzsperre «zum Wohl der Gesundheit des Athleten.»

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