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13.01.2003

18:00 Uhr

Weltgrößte Möbelmesse eröffnet

Design-Vielfalt gegen Konsumflaute

Mit individuellen Einrichtungsideen will die unter massiven Umsatzeinbrüchen leidende Möbelindustrie in diesem Jahr die sparsamen Verbraucher zum Konsum anregen.

Zwei Fotomodelle toben auf der Internationalen Möbelmesse in Köln herum, Foto: dpa

Zwei Fotomodelle toben auf der Internationalen Möbelmesse in Köln herum, Foto: dpa

HB/dpa KÖLN. "Der Trend ist, dass es keinen Trend gibt. Wir müssen mit dem Kunden über Qualität und Originalität reden, nicht über Preise", sagte der Präsident des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), Helmut Lübke, am Montag bei der Eröffnung der weltgrößten Möbelmesse "imm cologne" (bis 19. Januar) in Köln. Verlorene Marktanteile im Inland sollten 2003 mit einer Export-Offensive wettgemacht werden.

Viele der rund 1 350 Aussteller aus aller Welt setzen auf eine neue Häuslichkeit der Kunden. "Die eigenen vier Wände sollen ein Gegenpol zur bösen Außenwelt mit Arbeitslosigkeit, sozialer Kälte und drohendem Krieg sein. Dafür sind die Leute auch bereit, viel Geld auszugeben", beschreibt ein Aussteller das so genannte "Homing". Stoffe in warmen Farben, besondere Hölzer und Accessoires wie Kerzen und Decken sollen Geborgenheit vermitteln.

Bei Stühlen, Sofas und Lampen feiern Produkte ein Comeback, die bereits in den 60er und 70er Jahren erfolgreich waren: Ausgefallene, aber bequeme Retro-Sessel erinnern an Stücke der verstorbenen Design- Legenden Verner Panton und Arne Jacobsen. Andere Künstler geben offen zu, sich für ihre multifunktionalen Regale beim Massenhersteller Ikea Anregungen geholt zu haben. In der Küche geht es einfach zu: Klare Linien und Formen, Stahl und Holz sollen den Koch begleiten, ihm aber nicht die Show stehlen.

Der Besuchermagnet in den Kölner Messehallen ist eine Wohnstudie des New Yorker Designers Karim Rashid. Das "technorganische Haus" kommuniziert mit dem Bewohner, ist voll verkabelt und würde James Bond verzücken. Berührungsaktive Tapeten, in denen Flüssigkristalle fließen, senden Klänge, Bilder, Nachrichten. Die Sofas sind mit Textilien aus der Raumfahrttechnologie bezogen, die Farben können nicht verblassen. Zur Bettruhe kommt der Mensch von morgen direkt unter der Zimmerdecke - von einer mondänen Liegeplattform aus schweift der Blick über das eigene, knallbunte Designerreich.

Die Möbelmesse ist am Samstag und Sonntag (18./19. Januar) für Besucher geöffnet.

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