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17.01.2003

16:15 Uhr

Weltneuheiten auf der Boot 2003

Schnorchel-Radios und schwimmende Wohnwagen

Der musikalischen Berieselung sind künftig auch unter Wasser keine Grenzen mehr gesetzt: Der Schnorchel mit eingebautem Radio ist eine der Neuheiten auf der weltgrößten Wassersportmesse "Boot", die an diesem Samstag in Düsseldorf beginnt. Der Clou an dem 150 Euro teuren und natürlich wasserdichten Gerät: Die Schallwellen werden über den Kieferknochen übertragen.

Quelle: Handelsblatt

HB/dpa DÜSSELDORF. Das optimale Gefährt für Seekranke verspricht Erfinder Hans Harald Kattwinkel: Der "Reitfisch" gleicht seitliche Wellen bis Windstärke 8 aus, die Passagiere sitzen aufrecht und ruhig im Sattel. Seine Idee hat sich der Tüftler nun patentieren lassen.

Wer zu Wasser und zu Land mobil sein möchte, für den steht auf der Messe ein Faltkajak mit passend verstaubaren Klapprädern parat: Das Ganze kann zu drei handlichen Rucksäcken zusammengefaltet werden. Zwei der Faltkajaks sind auch zu einem Katamaran mit Segel kombinierbar.

Komfort und aufrechten Gang verspricht der "Seacamper", eine Art schwimmender Wohnwagen: Das Raumwunder mit zwei Sofas kann wahlweise vom Innenraum oder vom Oberdeck gesteuert werden. Wie im Karavan lässt sich von der Decke ein geräumiges Doppelbett herabklappen. Als Anhänger am Auto kann das 98 000 Euro teure Gefährt schnell an ein Gewässer der Wahl transportiert werden.

Das auffälligste Design kommt auf der diesjährigen "boot" zum Erstaunen des Fachpublikums aus Russland: Der Designer Alexander Lukianow hat einen Power-Katamaran mit 460 PS geschaffen, der auch in einem James Bond-Streifen mitwirken könnte. Der silberne Prototyp aus Aluminium wird 80 Stundenkilometer schnell. "Wir wollten ein heißes Boot bauen", sagt Lukianow. Gut 100 000 Euro soll die Serienversion des futuristischen Flitzers später kosten. Tatsächlich habe bereits ein Filmproduzent Interesse bekundet.

In der Luxus-Kategorie sticht 2003 die "Predator 95" aus der englischen Motoryachtschmiede Sunseeker die Messe-Konkurrenten aus: Für sieben Millionen Euro können sich acht Gäste an Bord der 29- Meter-Yacht vergnügen und mit 6000 PS recht zügig den Ankerplatz wechseln. Drei Bäder, versenkbare Flachbild-Fernseher in jedem Raum, eine Bar und eine Badeplattform gehören zu dem schmucken Schiff, das bereits einem niederländischen Unternehmer gehört.

Während im Millionärssegment weiter mit stabilen bis guten Umsätzen gerechnet wird, bereitet der Massenmarkt den Messeverantwortlichen in diesem Jahr Sorgen. Zwar laufe der Export noch anständig, aber die inländische Nachfrage sei sehr schwach, berichtet Jürgen Tracht, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Wassersportwirtschaft.

"Boote der Preisklasse, die aus Einkommen finanziert werden, zählen zum schwächeren Bereich", sagt Tracht. Der Absatz der Boote, die über Vermögen beglichen werden, sei dagegen konjunktur- unempfindlich. Die deutsche Wassersportwirtschaft erzielte 2002 einen Umsatz von 1,67 Milliarden Euro, das waren rund vier Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auf der "boot" präsentieren knapp 1700 Aussteller aus 52 Ländern bis zum 26. Januar ihre Produkte und Dienstleistungen rund um den Wassersport.

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