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30.12.2011

10:56 Uhr

Weltraumjahr 2011

Ende einer Raumfahrt-Ära

Eine Raumfahrt-Großmacht steht plötzlich ohne Raumschiff da, während eine andere an einem Himmelspalast baut - 2011 brachte gewaltige Umwälzungen für die großen Raumfahrtnationen. Ein Rückblick.

Der Start der Raumfähre Atlantis leitete im Juli das Ende der Spaceshuttle-Ära ein. dapd

Der Start der Raumfähre Atlantis leitete im Juli das Ende der Spaceshuttle-Ära ein.

DüsseldorfAus für die US-Spaceshuttles, Licht und Schatten für Russland, China als neuer „Stern“ am Raumfahrthimmel: Zweifellos war 2011 für die drei großen Raumfahrtnationen ein historisches Jahr. Auch die Europäer durften mitmischen: Bei der spektakulären Simulation Mars500 in Moskau kamen zwei der sechs Männer von der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa.

2011 begann für Moskau mit den Feiern zum 50. Jahrestag von Juri Gagarins Pionier-Flug - und entwickelte sich zum annus horribilis, zum Horror-Jahr. Satelliten gingen verloren, Trägerraketen stürzten ab und schließlich folgte der letztlich verlorene Kampf der Weltraumbehörde Roskosmos um ihre Marsmond-Sonde Phobos-Grunt. Der 120 Millionen Euro teure Apparat, mit dem Russland 15 Jahre nach seiner letzten interplanetaren Mission eine neue Ära einläuten wollte, geriet außer Kontrolle.

Trotz solcher Rückschläge nimmt Moskau im Konzert der Weltraumnationen eine Schlüsselstellung ein: Mit dem Einmotten der US-Space-Shuttles ist die Sojus das einzige Transportmittel zur Versorgung der ISS. Seit die Raumfähre Atlantis im Juli ein letztes Mal zur Erde zurückkehrte, stehen ausgerechnet die USA ohne eigene bemannte Raumschiffe da.

Um den Ruf des Landes als Vorreiter im All zu wahren, zieht der Chef der Raumfahrtbehörde Nasa, Charles Bolden, mit der Botschaft durch die Welt, der Behörde stehe eine große Zukunft bevor. „Entgegen der landläufigen Meinung war dies ein unfassbares Jahr“, sagte Bolden jüngst dem US-Kongress. Neben der Fertigstellung der ISS sei es gelungen, die Weichen für weltverändernde Missionen zu stellen. Er meint die von Präsident Barack Obama eingeforderten Flüge zu einem Asteroiden bis 2025 und zum Mars rund zehn Jahre später.

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