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23.03.2003

10:10 Uhr

Weltweite Demonstrationen gegen Irak-Krieg

Mehr als 150 000 gehen in New York auf die Straße

In New York haben am Samstag nach inoffiziellen Schätzungen zwischen 150.000 und 250.000 Menschen gegen den Irak-Krieg und die Politik von US-Präsident George W. Bush demonstriert. Der Kundgebungszug erstreckte sich über fünf Kilometer Länge den Broadway entlang.

rtr NEW YORK. In New York haben am Samstag nach inoffiziellen Schätzungen zwischen 150.000 und 250.000 Menschen gegen den Irak-Krieg und die Politik von US-Präsident George W. Bush demonstriert. Der Kundgebungszug erstreckte sich über fünf Kilometer Länge den Broadway entlang. "Kein Blut für Öl" und "Unterstützt unsere Soldaten - bringt sie heim", riefen die Demonstranten. Der Protest verlief weitgehend friedlich, lediglich gegen Ende kam es zu vereinzelten Handgemengen mit der Polizei. Auch in anderen großen US-Städten kam es zu Anti-Kriegs-Demonstrationen.In San Francisco wurden am Freitag 220 Kriegsgegner festgenommen, bereits am Donnerstag gab es bis zu 1400 Festnahmen.

60 000 in London

Auch in London protestierten Zehntausende Menschen gegen den Irak-Krieg. Während die Polizei die Zahl der Demonstranten mit mehr als 60 000 angab, sprachen die Organisatoren von mindestens 250 000 Teilnehmern. Im vergangenen Monat hatten rund eine Million Menschen gegen die Irak-Politik der britischen Regierung demonstriert. Jüngsten Meinungsumfragen zufolge stehen seit Kriegsbeginn mehr Briten der Politik von Premierminister Tony Blair positiv gegenüber. An der Seite von rund einer viertel Million US-Soldaten sind auch 45.000 britische Soldaten am Golf im Einsatz.

Mehrere hunderttausend in Barcelona

Mehrere hunderttausend Menschen haben in Barcelona gegen den Irak-Krieg demonstriert. Sie forderten zugleich den Rücktritt des spanischen Regierungschefs José María Aznar. Der Ministerpräsident steht wegen seiner Unterstützung der Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush in der Kritik. In Rom demonstrierten rund 30.000 Menschen gegen den Irak-Krieg. Die Zahl der Demonstranten in London belief sich laut Polizei auf unter 100.000. Organisatoren sprachen dagegen von 150.000 oder sogar 700.000.

10 000 Kriegsgegner in Brüssel

In Brüssel demonstrierten rund 10.000 Kriegsgegner. Mehrere Demonstranten warfen Steine, Eier und Flaschen in Richtung der US-Botschaft. In Paris folgten zehntausende Menschen einem Protestaufruf. In Amsterdam demonstrierten nach ersten Schätzungen der Polizei etwa 20.000 Menschen gegen den Krieg. In Wien beteiligten sich laut Polizei 25.000 Menschen an einem Friedensmarsch. Im schweizerischen Bern gingen mindestens 20.000 Menschen auf die Straße.

In Helsinki protestierten 20 000 Kriegsgegner

In der finnischen Hauptstadt Helsinki protestierten ebenfalls 20.000 Kriegsgegner. In Kopenhagen versammelten sich 7000 bis 10.000 Kriegsgegner vor der US-Botschaft. In Schweden mischte sich Außenministerin Anna Lindh unter die mehreren zehntausend Demonstranten und warnte die Türkei vor einer Beteiligung an dem Krieg. In Oslo demonstrierten rund 10.000 Menschen vor der US-Botschaft.

Studenten protestieren in Ägypten

In Ägypten demonstrierten insgesamt mehr als 20.000 Menschen. In Kairo forderten rund 7000 Studenten der El-Ashar-Universität die Regierung zur militärischen Unterstützung von Saddam Hussein auf. In Gaza folgten knapp 10.000 Stundenten einem Protestaufruf der radikalen Palästinenserorganisation Hamas. In Bahrain kam es zu Zusammenstößen zwischen rund 150 jugendlichen Demonstranten und der Polizei.

Proteste auch im Libanon

Auch in Libanon protestierten tausende Menschen. Tausende Schüler zogen durch die Flüchtlingslager Nahr el Bared und Baddaui im Norden des Landes. In der südlibanesischen Stadt Sidon protestierten rund 5000 Libanesen und Palästinenser gegen "das arabische Schweigen". In der tunesischen Hauptstadt Tunis bekundeten rund 5000 Demonstranten ihre Verbundenheit mit der irakischen Bevölkerung.

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