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25.01.2006

21:02 Uhr

Weltwirtschaftsforum

Davos applaudiert Merkel

Deutschland soll mit Maß und Kreativität innerhalb eines Jahrzehnts unter die drei Länder mit dem größten Wirtschaftswachstum in Europa kommen. Diese Absicht betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Davos.

Bundeskanzlerin Merkel eröffente am Mittwoch das Weltwirtschaftsforum in Davos. Foto: dpa dpa

Bundeskanzlerin Merkel eröffente am Mittwoch das Weltwirtschaftsforum in Davos. Foto: dpa

HB DAVOS. Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik und ein zu geringes Wachstum seien maßvolle und kreative Schritte gefragt, sagte Merkel in ihrer Rede zur Eröffnung des 36. Weltwirtschaftsforums (WEF) am Mittwoch in Davos.

Dazu brauche die Wirtschaft stabile Rahmenbedingungen, erklärte die Kanzlerin. Die CDU-Vorsitzende sprach sich aber auch für mehr Freiraum und mehr Freiheit aus. "Arbeit braucht Wachstum und Wachstum braucht Freiheit", sagte sie unter dem Applaus der Zuhörer. Um schneller zu Entscheidungen zu kommen, müsse in Deutschland auch die föderale Struktur reformiert werden, forderte sie. Auch die Verbesserung der Balance zwischen Berufs- und Familienleben sei eine wesentliche Aufgabe.

Im Wettbewerb in der Computerbranche habe Deutschland Aufholbedarf, räumte Merkel ein. "Wir müssen uns der Konkurrenz stellen", sagte sie mit Blick auf Länder wie Indien und China. Am Rande der Konferenz traf Merkel am Abend auch mit Mohamed ElBaradei zusammen, dem Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Dabei sollte es vor allem um den Streit über das iranische Atomprogramm gehen, in dem Deutschland gemeinsam mit Großbritannien und Frankreich zu vermitteln versucht.

Merkel fand in ihrer Eröffnungsrede vor der geballten internationalen Manager-Elite offenbar den richtigen Ton zwischen Mahnung und Optimismus, so dass der Beifall hinterher kaum enden wollte.

Der Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger rief die Staaten auf, auch dem Markt Rahmenbedingungen zu setzen. Manche glaubten, im Wettstreit der Ideen bilde sich die beste Lösung von selbst mit der "unsichtbaren Hand der Marktwirtschaft" heraus. Ohne soziale Netze, Meinungsfreiheit, Rechtssicherheit und Bildung seien kreative neue Lösungen aber nicht zu haben, sagte Leuenberger mit Bezug auf das Motto der Konferenz: "Der kreative Imperativ".

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