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27.01.2007

18:14 Uhr

Weltwirtschaftsforum

Doha-Runde soll wieder aufleben

Die Verhandlungen bei der so genannten Doha-Verhandlungsrunde für einen liberaleren Weltmarkt könnten schon bald wieder aufgenommen werden. Das zeichnete sich in Davos ab. Während des Weltwirtschaftsforums äußerte sich auch Großbritanniens Premierminister Tony Blair zu seinen Vorstellungen über eine künftige Zusammensetzung des UN-Sicherheitsrats. Siemens-Chef Kleinfeld trat Spekulationen um eine Siemens-Zerschlagung entgegen. Und natürlich war auch der Kampf gegen den Klimawandel wieder ein Thema.

Brasiliens Außenminister Celso Amorim, der indische Handels- und Industrieminister Kamal Nath und die US-Handelssekretärin Susan Schwab diskutieren über die Zukunft der Doha-Runde. Foto: ap ap

Brasiliens Außenminister Celso Amorim, der indische Handels- und Industrieminister Kamal Nath und die US-Handelssekretärin Susan Schwab diskutieren über die Zukunft der Doha-Runde. Foto: ap

HB DAVOS. Die seit Monaten blockierten Doha-Verhandlungen sollen in Genf "bald" wieder aufgenommen werden, sagte die Schweizer Wirtschaftsministerin Doris Leuthard, ohne einen Termin zu nennen. Rund 30 Minister der 150 Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) hatten sich am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos getroffen. WTO-Generaldirektor Pascal Lamy sprach von einer Phase, in der man der Landung näher komme. Ohne neue Angebote der EU, der USA oder der von Brasilien und Indien angeführten Schwellenländer werde es aber keinen Abschluss geben, sagte Lamy.

Großbritanniens Premierminister Tony Blair sagte, eine Einigung könnte schon in wenigen Monaten zustandekommen. In seiner Abschlussrede zum Treffen von Führungskräften in dem Schweizer Wintersportort, sagte Blair, auch wenn sich die großen Handelsblöcke auf ein Abkommen einigten, sei der Abschluss der seit 2001 laufenden Handelsrunde noch nicht sicher. "Die Länder rücken näher zusammen, die politische Energie wächst, und jeder ist sich zunehmend bewusst, was ein Fehlschlag bedeuten würde", sagte Blair. Es stehe aber noch viel Arbeit bevor.

Die Verhandlungen werden auf europäischer Seite von der Europäischen Kommission geführt. EU-Handelskommissar Peter Mandelson warnte allerdings vor einem erneuten Scheitern. "Wir sind verantwortlich, die Sache voran zu bringen", sagte der Kommissar. "Jeder weiß, dass das, was auf dem Tisch liegt, nicht ideal ist." Die Alternative wäre allerdings, dass es überhaupt kein Abkommen gebe, sagte Mandelson.

Am Freitag hatte unter anderem Brasiliens Präsident Lula da Silva eindringlich zum Abschluss der Handelsrunde aufgerufen. "Schlüsselländer wie Frankreich, Deutschland oder die USA müssen ihre Verantwortung übernehmen, damit das Abkommen Realität wird", sagte Lula. Man müsse den Agrarerzeugnissen der ärmsten Länder Zugang zum Weltmarkt geben.

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