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24.01.2007

18:38 Uhr

Weltwirtschaftsforum

Merkel warnt vor Risiken der Globalisierung

Angela Merkel nimmt Wirtschaft und Politik in die Pflicht: Zur Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos hat sie vor den Gefahren der Globalisierung gewarnt. Risiken und Ängste dürften nicht ausgeblendet werden. Transparenz fehlt der Kanzlerin vor allem in einem Bereich.

Kanzlerin Merkel in Davos: 'Zu wenig Transparenz bei Hedgefonds.' Foto: dpa

Kanzlerin Merkel in Davos: 'Zu wenig Transparenz bei Hedgefonds.' Foto: dpa

HB DAVOS. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zur Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos dazu aufgerufen, den Herausforderungen der Globalisierung mit Kooperations- und Veränderungsbereitschaft zu begegnen. Es gebe noch viele Länder, die vom globalen Aufschwung abgeschnitten seien, mahnte sie. "Der globale, weltweite Wettbewerb verschärft den Raubbau an der Natur. Der Schutz geistigen Eigentums erodiert."

Die Kehrseite der Globalisierung dürfe nicht ausgeblendet werden, betonte Merkel. Hoffnungen für die einen bedeuteten Sorgen und Ängste für die anderen. "Wir als Politiker kennen diese Ängste nur zu gut und müssen deshalb alles daran setzen, die Globalisierung auch politisch zu gestalten."

Es sei offensichtlich, dass viele bisherigen Antworten nicht mehr so Recht funktionierten, sagte Merkel. "Mit den Folgen der Globalisierung umzugehen, bedeutet deshalb vor allem eine geistige Herausforderung, nicht zuletzt für die Europäer."

Ziel des Gipfels sei es, die Anstrengungen zum Abbau der weltweiten Ungleichgewichte im Wirtschaftsleben fortzusetzen. Das gelte zum Beispiel im Bereich der Wechselkurse und der Ölversorgung. Der weltweite Klimawandel steht im Mittelpunkt des diesjährigen Weltwirtschaftsforums.

Neue Chancen sieht Merkel nach eigenen Angaben, bei den Doha-Verhandlungen zum Abbau von weltweiten Handelsschranken doch noch einen Erfolg zu erzielen. Allerdings müssten alle Beteiligten Flexibilität zeigen.

Mangelnde Transparenz kritisierte Merkel an den internationalen Finanzmärkten und vor allem bei den als riskant geltenden Hedgefonds. "Wir wollen die systematischen Risiken der internationalen Kapitalmärkte minimieren und ihre Transparenz erhöhen", sagte sie laut Redetext. "Vor allem bei den Hedgefonds sehe ich hier Nachholbedarf", ergänzte sie.

Was genau sind Hedgefonds? Lesen Sie es im neuen Handelsblatt-Wirtschaftswiki nach - und wenn Ihnen die Erklärung nicht ausreicht, ergänzen und verbessern Sie sie:
» Hedgefonds im Wirtschaftswiki.

Zu dem fünftägigen WEF-Jahrestreffen haben sich rund 2400 Manager, ranghohe Politiker, Wissenschaftler und Prominente angesagt. Unter anderen wurden 24 Staats- und Regierungschefs sowie die Musiker und Aktivisten Bono und Peter Gabriel erwartet. Auch die israelische Außenministerin Zipi Livni und der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas wollten an dem Treffen teilnehmen.

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