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14.01.2004

11:41 Uhr

Weltwirtschaftsforum mit EU-Ratspräsident Ahern

Globalisierungskritiker erhalten Forum in Davos

VonJan Dirk Herbermann

Auch in diesem Jahr folgen hochkarätige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Einladung. Die NGOs erhalten im "Open Forum Davos" Ihre eigene Plattform.

Klaus Schwab fehlen 2004 die ganz großen Namen

Klaus Schwab fehlen 2004 die ganz großen Namen

HB GENF. Der Präsident des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, hat es auch dieses Jahr geschafft: Zur unverbindlichen Diskussion eines eher schwammigen Themas werden vom 21. bis 25. Januar rund 2100 hochkarätige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seiner Einladung folgend in das Schweizer Davos reisen. Der Gedankenaustausch in den Bergen soll sich um die so genannte Davos-Gleichung drehen: "Sicherheit plus Wohlstand gleich Frieden".

Schwab hob bei der Präsentation seines Konzepts gestern in Genf hervor, dass 30 Staats- und Regierungschefs kämen. Neben traditionellen Teilnehmern wie dem jordanischen König wollen 2004 auch neue Gäste wie ein hochrangiges Kabinettsmitglied des autoritär regierten Libyen kommen. "Es war immer unsere Politik, keine Vertreter von Ländern einzuladen, gegen die ein internationaler Boykott besteht", sagte Wirtschaftsprofessor Schwab, der das WEF 1971 gründete. "Aber bei Libyen ändert sich das ja jetzt." Als weitere prominente politische Führer haben die Präsidenten Argentiniens, Nestór Kirchner, Pakistans, Pervez Musharraf, und der irische Premier und EU-Ratspräsident Bertie Ahern ihr Kommen zugesichert.

Allerdings fehlen die ganz großen Namen auf der Gästeliste: Aus dem Kreis der fünf ständigen Uno - Sicherheitsratsmitglieder etwa wird kein Staats- oder Regierungschef erwartet. Dennoch werden in Davos Entscheidungen gefällt. Wirtschaftsführer von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann über Nestlé-Boss Peter Brabeck und Computerkönig Bill Gates bis zu Finanzier George Soros wollen in den noblen Hotels neben der "Davoser Gleichung" auch übers Business reden.

Für den Human Touch sollen Künstler wie Peter Gabriel oder die deutsche Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter sorgen. Ebenso plant WEF-Präsident Schwab die Meinung von Gästen aus der so genannten Zivilgesellschaft und von kritischen Nichtregierungsorganisation einzuholen: Amnesty International, der WWF und die Hilfsorganisation "Save the Children" schicken Vertreter in die Schweizer Berge.

Schwab gibt den Globalisierungskritikern sogar ein eigene Bühne: Auf dem "Open Forum Davos" wollen die NGOler mit der rasanten weltwirtschaftlichen Verflechtung ins Gericht gehen.

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