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20.01.2008

15:55 Uhr

Weltwirtschaftsforum

Was ist passiert in Davos?

In einem kleinen Ort in der Schweiz werden seit über drei Jahrzehnten die Zukunftsfragen der Welt diskutiert. Mit dabei: Spitzenmanager, Politiker, Vertreter internationaler Organisationen.

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ist jedes Jahr ein wichtiges Ereignis im Terminkalender von Politikern, Konzernchefs und Wirtschaftsexperten. Fünf Tage lang versuchen Teilnehmer und Redner die Bandbreite des politischen und wirtschaftlichen Lebens zu behandeln.

Das Forum wurde 1971 von dem Wirtschaftsprofessor Klaus Schwab gegründet. Er hatte die Idee eines Manager-Treffens außerhalb der Büros, auf dem Ideen über die wirtschaftliche und politische Zukunft der Welt ausgetauscht werden sollten. Schwab hat dabei mit dem alles überwölbenden Leitgedanken "Globalisierung" schon vor Jahren auf das richtige Thema gesetzt. "Das jährliche Treffen bietet uns die Chance, die globale Agenda für die kommende Zeit zu verstehen und zu gestalten. In einer sich schnell verändernden Welt dient das der Gesellschaft und ermöglicht gemeinsame Innovationen zum Wohl aller", sagt er.

Weltweit operierende Unternehmen gehören dem WEF an. Das Treffen ist über die Jahre auch für Politiker zum Pflichtprogramm geworden. Es fand 2002 nach den Terroranschlägen in den USA erstmals außerhalb von Davos in New York statt.

Für das Weltwirtschaftsforum 2008 haben sich 2500 Teilnehmer aus 88 Ländern angemeldet. Die Chefs von 74 der 100 weltweit grössten Unternehmen werden in Davos sein. Insgesamt stehen 240 Diskussionsrunden auf dem Programm. Das Budget für den Anlass beträgt 20 Millionen Franken (12,4 Millionen Euro). Hinzu kommen Sicherheitskosten in Millionenhöhe, für welche die Schweiz aufkommt.

Noch vor Beginn des Treffens hat Forum den Report "Global Risks 2008" veröffentlicht. Der Bericht thematisiert vier zentrale Themen, die auch die Davos-Agenda 2008 bestimmen werden:

  • Risiken im weltweiten Finanzsystem
  • Risiken in den internationalen Lieferketten
  • Sicherheit der Nahrungsmittelversorgung
  • Risiken in der Energieversorgung.

Kritiker werfen den Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums vor, wichtige Weichenstellung für die zukünftige weltweite Entwicklung fernab der Öffentlichkeit und ohne demokratische Legitimation und Kontrolle zu verabreden. Kritisiert wird auch die neoliberale Grundausrichtung der von den WEF-Teilnehmern propagierten Art von Globalisierung, die nach Einschätzung der Kritiker fokusiert auf die Interessen transnationaler Konzerne und sie flankierender Institutionen wie Weltbank (WB), Internationaler Währungsfonds (IWF) und Welthandelsorganisation (WTO).

Um diese Kritik in die Öffentlichkeit zu tragen, organisieren globalisierungskritische NGOs seit 2001 parallel zum Weltwirtschaftsforum einen Gegengipfel, das Weltsozialforum (WSF). Direkt in Davos, zeitgleich zum WEF, veranstaltet das Bündnis "Public Eye on Davos" seit 2000 einen Gegengipfel.

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