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09.01.2001

17:08 Uhr

Wenig Hoffnungen für den Neuen Markt

Experten erwarten steigende Kurse beim Dax

Licht am Ende des Tunnels sehen die von vwd am Dienstag befragten technischen Analysten mit Blick auf den Dax. In den kommenden Wochen dürfte es hier wieder aufwärts gehen, heißt es

vwd FRANKFURT. In den kommenden Wochen dürfte es hier wieder aufwärts gehen, heißt es. Allerdings sind sich die Techniker nicht einig darüber, ob vorher erst noch ein neues Tief markiert werden muss, oder ob die aktuelle Seitwärtsbewegung gleich in einen Aufschwung übergehen wird. Dagegen wird dem Neuen Markt weiter eine düstere Zukunft prognostiziert. Hier sind noch immer keine Anzeichen für eine Bodenbildung zu erkennen, so die einhellige Meinung der Experten.

Stephan Schilbe, technischer Analyst bei HSBC, sieht kurzfristig einige Signale für einen Trendbruch im Dax. Der steile Abwärtstrend seit dem 6. November liege am Dienstag bei 6 518 Punkten. Sollte dieser durchbrochen werden, bestehe kurzfristig Luft bis zu den alten Hochs bei 6.804/6.813 Zählern. Dabei seien die technische Indikatoren neutral bis leicht positiv zu bewerten. Sollte der Trendbruch allerdings nicht erfolgen, befinde sich die nächste Unterstützung erst bei 6 110 Punkten. Knapp darunter befänden sich mehrere weitere solide Unterstützungen, so die 6 085 oder die unteren Trendkanalbegrenzungen bei 6 073 und 6 044 Zählern.

Aus kurzfristigen Charts sei derzeit jedoch noch keine Bodenbildung zu erkennen, so Schilbe. Beim Neuen Markt sei dagegen weit und breit kein Signal für eine Bodenbildung zu sehen. Auch die Trendanalyse lasse keine Unterstützungen erkennen. Dabei stimme es bedenklich, dass zwischen 1 985 bis 2 017 sowie 1 817 bis 1 894 Zählern im Nemax-All-Share-Index zwei Gaps aus Oktober 1998 noch offen seien. Somit eröffne sich dem Index noch ein deutliches Rückschlagspotenzial. Ein stabilisierendes Szenario zeige sich erst dann, wenn der Index über 2 640 Punkten schließe. Insgesamt herrsche hier weiterhin ein sehr dominanter Abwärtstrend.

Die Intermarketanalyse zeige, dass der S&P-500-Index einen Trendbruch erst dann generiere, wenn er auf Schlusskursbasis die Marke von 1 356 Punkten überwinde. Und genau so lange sollten Anleger bei der aktuellen Situation auch noch mit Käufen warten, so Schilbe. "Der Markt steht auf wackeligen Füßen", meint dagegen sein Kollege Dietmar Rübsamen von Delbrück Asset Management. Nach dem Tief bei 6 110 Punkten im Dax, gebe es keine Anzeichen für eine Kaufformation. Der übergeordnete negative Trend sei noch intakt. Nur nach einem neuem Tief könne es daher wieder aufwärts gehen.

Sollte der Dax jedoch die Marke von 6 467 Punkten auf Schlusskursbasis überwinden, entstehe ein prozyklisches Kaufsignal, was dann das Ende der Korrektur einleuten würde. Bei den neuen Märkten seien an der Nasdaq erste Stabilisierungstendenzen zu erkennen, mehr jedoch auch nicht. Daher könne ein neues Tief unterhalb der 2 151 Zählern nicht ausgeschlossen werden, so Rübsamen. Dafür spreche auch, dass die letzte Bastion, die Bio-Tech-Aktien, unter Druck gerate. Somit sei die Abwärtsbewegung wohl noch nicht vorbei.

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