Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2007

11:15 Uhr

Wenn Manager konkret werden

Brainstorming mit der Schwiegermutter

In Davos tagen die Mächtigen dieser Welt. Es geht ums Sehen und gesehen werden - und um Inhalte. Um welche genau, ist schwer zu sagen, ist das Motto doch wachsweich: "The Shifting Power Equation", zu deutsch "Veränderungen im globalen Kräfte-Gleichgewicht". Lesen Sie, mit welch abenteuerlichen Vergleichen die Manager das abstrakte Thema auf den Alltag runterbrechen.

Diskussionen allerorten - in Davos wird fünf Tage lang über die Probleme der Welt geredet. Foto: ap

Diskussionen allerorten - in Davos wird fünf Tage lang über die Probleme der Welt geredet. Foto: ap

DAVOS. Klaus Schwab, Spiritus Rektor des Weltwirtschaftsforums in Davos, hätte seine Freude an dieser Illustren Runde gehab - wäre er dabei gewesen. Die Damen und Herren Manager und Managerinnen griffen voll ins Leben, um ihr sperriges Thema zu bewältigen. Noch bevor die Kanzlerin Angela Merkel offiziell das Forum in den Schweizer Alpen eröffnete, suchten die Teilnehmer in Brainstorming-Foren bereits nach ersten Antworten auf das Generalthema.

Vielleicht hatte der Chairman einer US-amerikanischen Beratungsfirma das einfachste und deshalb auch das beste Beispiel mitgebracht. Seine Schwiegermutter, verriet er dem staunenden Publikum, führe nämlich einen "Mini" aus dem Hause BMW. Das wäre nicht weiter bemerkenswert, hätte die Dame nicht gerade ihren 90. gefeiert und den sportlichen Kleinwagen zu ihrem 88. bekommen.

Erst auf den zweiten Blick erschließt sich die Relevanz dieses Sachverhaltes für das eigentliche Thema. "Shifting power equation" lädt eher dazu ein, stundenlang gesellschaftheoretische Debatten zu betreiben. Doch diese Führungskräfte hatten sich nun einmal vorgenommen, die komplexe Fragestellung sehr pragmatisch anzugehen. Die Schwiegermutter, darauf konnten sich die Manager und Managerinnen kurzerhand einigen, steht gleich für zwei bemerkenswerte "Shifts". Erstens ist sie wegen der rasanten Entwicklung der medizinischen Technologie überhaupt noch in der Lage, so ein Gefährt selbst zu steuern. Und zweitens zeigt der Fall, dass die Neigungen von Alt und Jung gar nicht soweit auseinanderliegen. Was man im Falle der neuen Kommunikationstechniken per se unterstellt.

Der Schwiegersohn, der gemeinsam mit vier anderen Managern auf dem Podium zu klären versuchte, welche Folgen neue Technologien für die Gesellschaft haben, sah das jedenfalls ganz anders. Doch schon nach wenigen Minuten der Debatte stellte sich heraus, dass die treibenden Kräfte möglicherweise gar nicht mehr die Soft- und Hardware-Entwickler im Silicon Valley oder Indien sein könnten, sondern ´sechs Milliarden Menschen auf der Erde.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×