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02.08.2000

21:43 Uhr

Wenn wenig Geld reinkommt

Möglicherweise neue Bundesemissionen wegen UMTS

Reuters BERLIN. Der Bund wird möglicherweise am Anleihemarkt zusätzliche Gelder aufnehmen müssen, falls die Erlöse aus der Versteigerung von UMTS-Mobilfunklizenzen hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Ein Ministeriumssprecher bestätigte, dass dies für den Fall geschehen könnte, dass die Einnahmen aus der UMTS-Versteigerung unter der Summe zurückbleibe, die die angekündigte vorzeitige Tilung von Inhaberschuldverschreibungen des Ausgleichsfonds Währungsumstellung (AFW) erreiche. Dann müsse der Bund möglicherweise am Markt die fehlende Lücke zwischen UMTS-Einnahmen und gekündigten Schuldtiteln durch neue Mittelaufnahmen am Markt schließen.

Bundesfinanzminister Hans Eichel hatte wiederholt angekündigt, mit dem UMTS-Versteigerungserlösen die Schulden des Bundes zurückzuführen. Allerdings können etliche Schuldtitel des Bundes und seiner Sondervermögen nicht vor Ablauf ihrer Laufzeit vorzeitig gekündigt werden. Möglich ist dies zum vollen Nominalbetrag allerdings bei den Inhaberschuldverschreibungen des AFW. Nach den Emissionsbedingungen mußte die vorzeitige Tilgung dieser Schulden aber mit einer Vorlaufzeit von sechs Monaten im Bundesanzeiger - also spätestens Ende Juni 2000 - angekündigt werden, um zum 1. Januar 2001 wirksam werden zu können. Daher wurden 30 Serien der AFW-Papiere vorzeitig zur Tilgung angekündigt, obwohl die Höhe der UMTS-Einnahemn noch unsicher ist.

Analysten erklärten, sie rechneten als Folge dieses Vorgangs, falls es dazu komme, allerdings nicht mit größeren Verwerfungen am Markt. Schließlich sei das Ausmaß, in dem der Bund kurzfristig gegebenenfalls neue Mittel aufnehmen müsse, eher begrenzt. "Ich denke nicht, dass das die Märkte größer in Unruhe stürzen wird", sagte die Marktexpertin Monique Wong von UBS Warburg.

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