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24.01.2003

06:00 Uhr

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Wer fühlt die Leere?

VonManfred Harnischfeger (Unternehmensberater, Publizist und Professor für Kultur- und Medien-Management in Hamburg)

Kommunikation ist kein Luxus, den man sich nur in guten Zeiten leistet.

"Erst wird das Ei gelegt und dann gegackert" - das ist das Motto der unternehmerischen Post-Hype-Generation. Nach den Boomjahren, in denen eine gut erzählte Story ohne Substanz reichte, um Analysten und Anleger zu beeindrucken, ist Prahlerei in Verruf geraten. Zu Recht. Gefährlich indes ist es, solche Lüftlmalerei, bei der schon ein verändertes Logo im Briefkopf zur neuen Identity hochstilisiert wurde, mit professioneller pro-aktiver Kommunikationsarbeit zu verwechseln, die integraler Bestandteil der Unternehmensführung sein sollte. Nicht nur in Konzernen, sondern auch im Mittelstand.

Kommunikation, insbesondere nach innen, ist kein Luxus, den man sich in guten Zeiten gönnt und in schweren Zeiten wie eine Klimaanlage abschaltet. Sie wird nicht unnötig, nur weil sich in der Krise manches leichter durchsetzen lässt, weil verängstigte Mitarbeiter, kompromissbereite Betriebsräte und um Arbeitsplätze besorgte Politiker dort wie knetbare Verfügungsmasse erscheinen, wo sonst mit harten Bandagen gefochten wird.

Man kann nicht nicht kommunizieren. Wer es dennoch versucht, sendet durch sein Schweigen und seine Blockade Signale aus. Er demotiviert engagierte, leistungswillige und flexible Mitarbeiter, auf die er mehr denn je angewiesen ist, und überlässt es anderen, die Leere mit ihren Vor-Urteilen zu füllen.

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