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14.03.2003

09:01 Uhr

Werk in San Antonio/Texas soll geschlossen werden

Philips streicht erneut Stellen in der Halbleitersparte

Europas drittgrößter Chiphersteller Philips Electronics N.V. hat gestern Umstrukturierungen in seiner Halbleitersparte angekündigt. Vorstandschef Gerard Kleisterlee erwartet dadurch eine Rückkehr in die Gewinnzone bis zum vier-ten Quartal 2003.

sbe/Reuters AMSTERDAM. Bis Jahresende sollen 1 600 Stellen abgebaut werden, teilte das Unternehmen in Amsterdam mit. In den ersten drei Quartalen sollen die Kosten um 200 Mill. Euro sinken. Experten halten das in der gegenwärtigen Marktsituation für einen richtigen Schritt. "Aus Anlegersicht ist das sehr positiv", sagte Rombout Houben, Analyst von Iris/Robeco. Bei einer leichten Verbesserung des Halbleitermarktes im zweiten Halbjahr müssten nun schwarze Zahlen möglich sein. Die im vergangenen Jahr angekündigten Sanierungen hätten dafür nicht ausgereicht.

Der US-Betrieb im texanischen San Antonio wird laut Philips geschlossen. Dafür bildet der Konzern dieses Jahr eine Rückstellung von 200 Mill. Euro. Zuvor hatte Philips bereits die Schließung des Werkes in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico angekündigt. Die Schließungen sollen die Fertigungskapazitäten um 20 % reduzieren. Philips produziert Halbleiter in insgesamt 13 Fabriken.

Philips, Europas größter Unterhaltungselektronikkonzern, hatte im Gesamtjahr 2002 wegen massiver Sonderbelastungen einen Rekordverlust verbucht. Analysten bewerteten vor allem die Entwicklung in der Halbleitersparte als enttäuschend. Der Fehlbetrag hatte sich 2002 angesichts von Sonderbelastungen von knapp 3,3 Mrd. Euro auf 3,21 (Vorjahr minus 2,48) Mrd. Euro summiert, wie der niederländische Konzern im Februar mitgeteilt hatte.

In seiner Chipsparte verbuchte die Nummer drei der Branche in Europa nach ST Microelectronics und Infineon 2002 einen operativen Verlust von 537 Mill. Euro bei einem Umsatz von 4,61 Mrd. Euro. Kleisterlee hatte daher nicht ausgeschlossen, dass er erneut stark eingreifen werde. Die Kapazitätsauslastung liege bei 60 % und müsse 70 % erreichen, um ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen, sagte er damals.

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