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19.01.2001

13:18 Uhr

Wert von EM.TV explodierte

Neuer Markt kann Gewinne halten

Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt haben am Freitag bis zum Mittag ihre frühen Gewinne halten können. Der Nemax 50 verbuchte um 12.55 Uhr ein Plus von 4,66 % auf 2.912,80 Punkte. Der marktbreite Nemax All-Share kletterte um 3,75 % auf 2.919,98 Zähler.

dpa-afx FRANKFURT. Vor einer Woche lag der Nemax 50 noch bei 2.528,02 Zählern und der Nemax All-Share bei 2.551,20 Punkten. Beide Indizes verbuchten also einen deutlichen Zuwachs, wenngleich der Nemax 50 noch unter dem Niveau notiert, mit dem er in das Jahr 2000 gestartet war, nach einem Schlusskurs von 2869,01 Punkten am 31.12.2000 eröffnete der Nemax 50 am 2. Januar den Handel mit 2.843,90 Punkten. Insgesamt werteten Analysten die jüngste Kursentwicklung als Erholungstendenz. Das schlimmste sei offenbar vorbei.

Im Mittelpunkt an diesem Freitag stand einmal mehr EM.TV . Der Wert des Münchner Filmrechtehändlers explodierte im frühen Handel förmlich und legte zeitweise auf 10,20 Euro zu. Mittlerweile beruhigte sich der Wert wieder etwas, verbucht aber immer noch ein Plus von 43,31 % auf 9,10 Euro. Ein Zeitungsbericht der "Financial Times Deutschland", wonach neben der Kirch-Gruppe ein Konsortium aus internationalen Finanzinvestoren ebenfalls an einem Einstieg bei EM.TV interessiert sei, beflügelten die Anlegerfantasien. Marius Hörner, Analyst bei Lang & Schwarz warnte jedoch vor einem vorschnellen Wiedereinstieg. EM.TV sei immer noch ein Risiko-Papier, viele Käufer orderten die Aktie als reines Spekulationsobjekt.

Ebenfalls aufgrund eines Zeitungsberichts wurde auch die Aktie der Gauss Interprise AG viel gehandelt. Allerdings überwogen hier die Verkauforders, der Wert büßte 10,02 % auf 4,67 Euro ein. Die "Welt" hatte berichtet, dass Gauss als neuer Wackelkandidat gehandelt werde. Vor allem die Übernahme der amerikanischen Magellan Software habe sich als "schwere Bürde" entickelt. Eine Sprecherin des Internet-Software-Anbieters wies diese Gerüchte inzwischen zurück. Die Akquisition der US-Firma sei kein Problem für Gauss, hieß es.

Gewinnmitnahmen belasteten dagegen die Intertainment AG, die in den vergangenen Tagen jeweils zu den Top-Gewinnern gehörte. Im Vormittagshandel verlor die Aktie jedoch 20,89 % auf 15,45 Euro und war damit größter Verlierer im Nemax 50.

Mit 12,55 % auf 15,78 Euro lag auch Intershop deutlich im Plus. Das Jenaer Unternehmen, das zu Jahresbeginn mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung für einen weiteren negativen Höhepunkt sorgte und den Neuen Markt auf neue Tiefststände drückte, profitierte von der allgemein guten Stimmung, sagten Händler. Zudem sorge bereits seit Mitte der Woche das Gerücht, wonach der Walldorfer Softwarekonzern SAP Intershop übernehmen wolle, für Auftrieb.

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