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15.01.2002

08:59 Uhr

Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für deutsche Nebenwerte

MDax-Titel bringen Fonds nach vorn

Nur ein einziger Fonds für heimische Nebenwerte weist in der Bilanz 2001 einen Wertgewinn aus. Wichtigste Entscheidung war die Vernachlässigung des risikoreichen Neuen Marktes. Die gut gelaufenen mittelgroßen Aktien könnten im laufenden Jahr aber von den Dax-30-Aktien überholt werden - so die Prognose.

HB/vwd FRANKFURT/M. Er hatte Nebenwerte aus dem Index MDax im Portfolio: Frank Hansen. Vor allem die gute Auswahl unter den mittelgroßen Aktien brachte ihn auf Platz eins der deutschen Aktienfonds für Nebenwerte. Hansen von der Dresdner-Bank-Fondsgesellschaft DIT führt mit dem DIT Spezial 2 dank eines Wertgewinns von 2,58 % die Hitliste des vergangenen Jahres für diese Fondsgruppe an.

Bei seinen Investitionen orientiert sich Hansen nach eigenen Angaben am MDax für Aktien mittelgroßer Firmen. Doch er darf auch aussichtsreiche Werte aus Smax und Nemax 50 kaufen. Die meisten guten Werte habe man im MDax gefunden. Als Beispiel nennt er die Gesundheits- und Pharmabranche mit Unternehmen wie Altana, Beiersdorf und Wella. Außerdem habe er im vergangenen Jahr auf interessante Anlagethemen gesetzt, zum Beispiel Übernahmephantasie. Die habe dem Bauunternehmen Bilfinger sowie Buderus eine gute Kursentwicklung beschert. Auch Krones, ein Spezialist für Getränkeabfüllmaschinen, zählt zu den Lieblingswerten des DIT-Fondsmanagers: "Die Firma besitzt eine starke Marktstellung und einen stabilen Kundenstamm."

Zu seinen "Schmuckstücken" zählt Hansen ebenfalls Puma und Hochtief. Der Sportartikel-Hersteller überzeuge durch ein gutes Management. Gegen den Trend der am Boden liegenden Baubranche habe sich auch Hochtief gut entwickelt. Ein Grund ist nach Auffassung Hansens, dass sich Hauptaktionär RWE gerne von seinen Anteilen trennen möchte.

Für ihn hat die Baubranche mittlerweile "ihren Tiefpunkt gesehen und ist deshalb chancenreich". Auch die Technologie sehe wieder gut aus, meint der Fondsmanager und nennt Unternehmen wie Singulus sowie Aixtron vom Neuen Markt und Loewe aus dem Smax. Einzelwerte aus dem Pharmabereich hält der DIT-Fachmann nach seiner Darstellung ebenfalls für aussichtsreich. Er erwähnt den Hersteller von Nachahmer-Medikamenten (Generika) Stada sowie Altana. 2002 wir seiner Meinung nach allgemein ein gutes Aktienjahr: "Wenn die Märkte allmählich wieder anspringen, bleiben die MDax-Titel sicher etwas zurück."

Peter Ott betreut den mit einer Werteinbuße von 2,64 % zweitplatzierten SMH-MidCap-UBS-Fonds der UBS Invest. Auch bei ihm sei das vergleichsweise gute Ergebnis auf die Abstinenz von Wachstumswerten des Neuen Marktes zurückzuführen, erläutert er. "Die hatte ich Anfang des Jahres 2001 weitgehend abgebaut und dafür den Bestand an defensiveren Titeln aufgestockt", sagt Ott rückblickend. Als Beispiele nennt er die Pharmafavoriten Beiersdorf, Wella und Altana.

Nach den Anschlägen vom 11. September seien die Aktienkurse allgemein erheblich unter Druck geraten: "Da konnte ich gezielt Positionen aufbauen." In dieser Zeit habe er konjunktursensible Titel bevorzugt, aber auch einzelne Technologiewerte und Neuer-Markt-Aktien gekauft.

In den nächsten Monaten will sich der Fondsmanager nach eigenen Angaben weiter auf konjunktursensible Branchen und Werte konzentrieren. Positiv gestimmt sei er etwa für Boss. Die Startschwierigkeiten bei der Damenkollektion hätten die Kursentwicklung eingetrübt. Aber: "Das kommt jetzt in Schwung." Zu seinen Favoriten im Maschinenbau zählten IWKA, Dürr, Jungheinrich, Krones und mg technologies. Bei Porsche sorge der Geländewagen Cayenne für Phantasie. Bei den Transportwerten halte er neben Fraport die Lufthansa und den Autovermieter Sixt für aussichtsreich.

Otts Einschätzung für dieses Jahr: "Bei der kommenden Konjunkturerholung dürften zuerst die Aktien großer Unternehmen anspringen, insbesondere die Dax-Titel." Die MDax-Titel hätten jetzt nicht mehr so gute Voraussetzungen. Begründung: Ein Viertel aller Werte zähle zum Pharmasektor. Der sei als konjunkturresistente Branche in der Vergangenheit "gut gelaufen" und nun vereinzelt schon sehr teuer.

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