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27.03.2003

08:29 Uhr

Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds für japanische Standardwerte

Experten gehen auf Schnäppchenjagd

Gute Zeit für preiswerte Einkäufe: Der japanische Aktienmarkt ist nach Meinung von Fondsmanagern so sehr gefallen, dass viele Unternehmen derzeit stark unterbewertet sind. Als interessant gelten vor allem Gesellschaften, die ihre Restrukturierung mit Erfolg abgeschlossen haben.

HB FRANKFURT/M. "Die Erwartungen an den japanischen Aktienmarkt sind derzeit so niedrig, dass die Chancen auf positive Überraschungen in diesem Jahr gut stehen." Fondsmanager Christophe Gay von der privaten Schweizer Vermögensverwaltung RSI Securities ist optimistisch, dass im laufenden Jahr die dramatische Baisse an Tokios Börse gestoppt wird. Unter allen Aktienmärkten der Industrieländer zeige die japanische Börse das beste Rendite/Risiko-Profil. In den abgelaufenen zwölf Monaten per Ende Februar konnte Gay durch die Übergewichtung günstig bewerteter Aktien ein fast ausgeglichenes Ergebnis vorweisen: Der Sirius Fund - Japan Opportunities Sub-Fund verlor nur 3,86 % und setzte sich damit mit großem Abstand von der Konkurrenz ab (Tabelle). Im Schnitt büßten Aktienfonds mit Investmentschwerpunkt japanische Standardwerte knapp 27 % ein.

"Ich investiere vorwiegend in extrem unterbewertete Aktien", sagt Gay. Während der marktbreite Topix-Index ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von durchschnittlich 14 aufweise, liege das KGV der im Fonds enthaltenen Aktien bei unter zehn. "Wir sehen beim einem Indexstand von rund 8 000 im Nikkei viele unterbewertete Titel", erklärt der Fondsmanager. Als Beispiel nennt er den Top-Favorit, das Telekommunikationsunternehmen Aiphone, dessen Aktien knapp 1,5 % des Fondsvermögens auf sich vereinen würden. Das Unternehmen sei mit einem KGV von 13 für kommendes Jahr angesichts der Wachstumsraten sehr günstig bewertet.

"Wir suchen auch nach erfolgreichen Restrukturierungsstories", sagt Gay. Hier gebe es wegen der zahlreichen Problemfälle der Vergangenheit interessante Kandidaten. Als Beispiel nennt der Experte den Textilmaschinenhersteller Tsudakoma, der ebenfalls mit etwa 1,5 % im Fonds berücksichtigt sei. "Das Unternehmen profitiert vom hohen Absatz in China", sagt Gay. Weitere Restrukturierungskandidaten fänden sich in den Industrie-, Stahl- und Grundstoffsektoren, die im Fonds mit rund 35 % gewichtet seien.

Unsicher ist der Fondsmanager bei der Einschätzung der Chancen der großen internationalen Automobiltitel Nissan, Toyota und Honda. Auch wenn die Unternehmen "hervorragend aufgestellt" seien, besetze er den Autosektor lieber über die günstiger bewerteten Zulieferer. Hier nennt Gay stellvertretend die Aktie von Toyo Tire & Rubber. Neben der günstigen Bewertung und guten Wachstumsaussichten gefalle ihm die für japanische Verhältnisse hohe Dividendenrendite von 1,9 %. Deutlich untergewichtet sei der Sirius-Fonds dagegen bei Bankentitel, die nach wie vor unter faulen Krediten zu leiden hätten.

Ein Verlust von 22,71 % bringt den Aberdeen Global Japanese Equity Fund auf Platz acht. "Viele der Probleme der japanischen Wirtschaft harren noch einer Lösung", gibt sich Graeme Sinclair skeptisch. Neben den Auswirkungen der Bankenkrise leide die Wirtschaft unter einer in weiten Teilen nicht konkurrenzfähigen Industrie, die erheblichen Restrukturierungsbedarf aufweise. "So lange die Krise andauert, investiere ich vor allem in defensive Aktien, die günstig bewertet sind", sagt er.

Ali Masarwah, vwd

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