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21.03.2003

14:13 Uhr

Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit deutschen Nebenwerten

Strategen achten auf niedrige Bewertung und hohe Dividendenrendite

Die Manager von deutschen Nebenwertefonds bleiben vorläufig in der Defensive. "Das ist vernünftig, solange es keine Signale für eine positive Konjunkturwende gibt", sagt etwa Josef Schopf von der Investmentgesellschaft Lupus Alpha. Er ist verantwortlich für den Nebenwertefonds Lupus Alpha MDax Plus A.

HB/vwd FRANKFURT/M. Unter 28 Konkurrenten mit gleichem Anlageschwerpunkt belegt der Fonds mit einem Zwölfmonats-Wertverlust von 29,93 % per Ende Februar den vierten Platz.

Schopf konzentriert sich nach eigenen Angaben auf MDax-Werte. Dabei setze er auf Substanz. Ausschlaggebend seien eine möglichst hohe Dividendenrendite und ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Nach seinen Angaben beträgt das durchschnittliche KGV im Fonds 7,3, das KGV des MDax 8,7. "Bei diesen Relationen fühlen wir uns ziemlich sicher", gibt sich Schopf optimistisch.

Derzeit halte er die drei großen Indexgewichte Continental, die Versicherungsholding AMB und Beiersdorf für interessant. Die Beiersdorf-Aktie habe er gegenüber dem Index leicht untergewichtet. Dem gegenüber sei die Fresenius-Aktie im Vergleich zum Index überrepräsentiert. Weitere große Positionen sind laut Schopf der Autozulieferer Continental, Südzucker, der Verkehrstechnik-Experte Vossloh, Rheinmetall, Wella, Salzgitter und Buderus.

Nach eigenen Angaben ist Schopf darauf vorbereitet, sein Fondsportfolio spürbar offensiver auszurichten und es durch konjunktursensible Werte zu verstärken. Im Blick habe er beispielsweise die Aktie von Heidelberger Druck. Sobald der Turnaround an den Aktienmärkten komme, könnten sich soclhe Zykliker besser entwickeln als der gesamte Markt.

Auch Peter Ott konzentriert sich auf defensive Aktien mit "niedriger Bewertung und nachhaltig hoher Dividendenrendite." Mit einer Werteinbuße von 31,99 % rangiert der von ihm betreute UBS (D) Equity Fund - Mid Caps Germany auf dem siebten Platz.

Nach Angaben des Fondsmanagers ist die Investitionsquote derzeit relativ hoch. "Wir haben die niedrigen Kurse in jüngster Zeit für Zukäufe in ausgewählten Werten genutzt", lautet die Begründung. Zu seinen Favoriten zähle die Depfa-Aktie. Die Staatsfinanzierungsbank habe keine Kreditrisiken, außerdem überzeuge die niedrige Bewertung. Der Autozulieferer Leoni profitiere von den fest zugesagten Aufträgen für neue Modelle. Und Südzucker sei ein vergleichsweise konjunkturunabhängiges Unternehmen mit einem KGV von unter zehn. Verkauft habe man in den vergangenen Wochen den Pharmawert Merck wegen der schlechten Aussichten für das laufende Jahr und MG Technologies. "Das Unternehmen leidet unter der konjunkturellen Abkühlung", lautet Otts Begründung.

Der UBS-Stratege hält das derzeitige Marktumfeld für "weiterhin schwierig". Zugleich rechnet der Fondsmanager jedoch damit, dass sich deutsche Nebenwerte vorläufig besser entwickeln werden als die großen Standardaktien aus dem Dax.

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