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15.01.2001

19:16 Uhr

Wertentwicklungsanalyse der Aktienfonds mit Schwerpunkt deutsche Nebenwerte

Große Preussag ergänzt das Depot für kleine Werte

Bei den Technologiewerten keimt Hoffnung auf. Das glauben zumindest die Experten für heimische Nebenwerte. In den Häusern Credit Suisse und Universal Investment sind die Strategen entweder schon auf der Kaufseite oder bereiten sich auf Zukäufe vor.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Die aktuellen Kursanstiege am Aktienmarkt deuten noch nicht auf eine Trendwende hin. Ich sehe sie nur als Erholung in einem intakten Abwärtstrends", meint Heinrich Morgen. Morgen ist Mitglied im Anlageausschuss des Portfolio Partner Universal. Dieser auf deutsche Nebenwerte ausgerichtete und von Universal Investment aufgelegte Aktienfonds schlug im vergangenen Jahr alle Konkurrenten deutlich und führt die Fonds-Bilanz 2000 mit einem Plus von 36,00 % an.

Morgen favorisiert nach eigenen Angaben weiterhin eher defensive Aktien aus den Bereichen Chemie, Konsum und Dienstleistungen. Er mische allerdings auch einige Titel großer Firmen ins Nebenwerteportefeuille. So gehöre Bayer zu seinen Lieblingen: "Vor allem wegen der Phantasie im Pharmabereich." Auch das Kurs/Gewinn-Verhältnis von 19 sei geringer als im Branchenschnitt. Aussichtsreich sei auch die Aktie von Degussa Hüls, da das Unternehmen nach der Fusion mit SKW Trostberg erheblich von Synergieeffekten profitieren werde.

Attraktiv findet Morgan außerdem die Preussag-Aktie. Als Begründung führt der Fondsmanager den Umbau des Konzerns zu einer der weltweit größten Touristikfirmen an. "Das ist eine gute Managementleistung, weil das Wachstum im Tourismusbereich positiv zur Geschäftsentwicklung beitragen wird", ist sich Morgen sicher. Im Konsumbereich zählten der Sportartikel-Hersteller Adidas und die Parfümeriekette Douglas zu den weiteren Favoriten, ebenso VW-Vorzüge, Merck, Henkel, Ergo.

Schweizer setzen auf Jenoptik und Kamps

Der Fondsberater sieht weiter eine große Verunsicherung. Vor allem bei den Technologie-Titeln habe man nach schlechten Firmenmeldungen zum Teil panikartige Verkäufe gesehen. Das Fondsmanagement schaue sich derzeit bei Werten um, die sich nach deutlichen Kursverlusten allmählich stabilisierten und bei denen nach enttäuschenden Meldungen kaum noch Rückschläge zu erwarten seien.

Joseph Baumeler verantwortet die Wertentwicklung des CS EF (Lux)-Small & Mid Cap Germany, der von der Credit Suisse aufgelegt wurde und mit einem Minus von 7,66 % im vergangenen Jahr den zweiten Platz belegt. Grund für den hohen Verlust von fast 11 % im Dezember laut Baumeler: Die im Jahresverlauf schon von 60 auf 40 % reduzierte Quote von Neue-Markt-Werten erwies sich - nach den weiteren Rückschlägen - als immer noch zu hoch.

"Wir hatten in den vergangenen Monaten einen hohen Anteil an defensiven Werten wie Hannover Rück, Hugo Boss, Escada, SGL Carbon, SKW Trostberg oder Allbecon. Gegen Jahresende haben wir diese Engagements leicht abgebaut zu Gunsten von Wachstumswerten", erklärt Baumeler. Jetzt betrage der Neue-Markt-Anteil am Fonds 42 %. Auf Werte des MDax entfielen 28 %, der Smax sei mit einer Quote von 16 % am Fondsvermögen vertreten. Zu den aktuellen Favoriten zählten, neben den bereits erwähnten Titeln, der Neue-Markt-Wert Linos, der MDax-Titel Jenoptik, der Großbäcker Kamps, MG Technologies sowie die Wanderer Werke.

"Vor allem der Neue Markt in Frankfurt bietet bei vielen Aktien attraktive Einstiegsniveaus", meint der Fondsexperte mit Blick auf die sinkenden Zinsen, die hohe Liquidität vieler Fonds und die Vorwegnahme einer wirtschaftlichen Erholung im laufenden Jahr. Allerdings gehe von der Nasdaq weiterhin ein beträchtliches Risiko aus.

Die Tabelle enthält keine Fonds-Ratings, weil eine vergleichende Bewertung angesichts der geringen Anzahl angebotener Produkte kaum aussagekräftig wäre.

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