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09.01.2002

08:35 Uhr

Wertentwicklungsanalyse der größten deutschen Aktienfonds

T-Aktie ist wieder gefragt

Die lange verschmähte Aktie der Deutsche Telekom findet wieder Freunde. Hans-Joachim König beispielsweise zählt zu denen, die sich seit einigen Monaten wieder für den Titel erwärmen. Der Fondsmanager des 2,47 Mrd. großen UniFonds von Union Investment kommt auf einen Zwölfmonats-Wertverlust per Ende November von 17,65 Prozent.

HB/vwd FRANKFURT/M. Das bedeutet unter allen 122 deutschen Aktienfonds immerhin Rang 19, unter den zehn größten Produkten mit Schwerpunkt deutsche Werte den zweiten Platz.

König sucht unter den Dax-100-Werten nach unterbewerteten und aussichtsreichen Papieren an der deutschen Börse. Unterbewertet setze er jedoch nicht mit billig gleich, betont er. Fündig werde er oft dann, wenn das zukünftige Potenzial eines Unternehmens von der Börse nicht beachtet werde. Dies sei beispielsweise dann der Fall, wenn die Märkte eine neue Technologie oder zukünftige Entwicklungen spezieller Märkte nicht einschätzen können. Die Deutsche Telekom etwa habe er während der Septembertiefstände zugekauft. Alle schlechten Unternehmensnachrichten seien bereits in den Kursen enthalten gewesen. Die Attentate hätten dann zusätzlich belastet.

Genauso wichtig seien Verkäufe bei Erreichen des Kursziels, meint der Fondsstratege. So habe er beispielsweise bei SAP und BMW Gewinne mitgenommen und die Positionen auf knapp fünf Prozent bzw. drei Prozent gesenkt. Deutsche Telekom, Allianz und Siemens seien mit jeweils rund acht Prozent des Fondsvolumens die wichtigsten Einzeltitel. Es folgten Münchener Rück mit knapp sieben Prozent, Daimler-Chrysler mit sechs Prozent. Unter den Automobilbauern gefalle ihm Daimler-Chrysler nicht nur wegen des Restrukturierungspotenzials. Die soliden Stuttgarter erfüllten stets ihre Plandaten und dürften zudem von der Erholung im Nutzfahrzeugbereich profitieren.

Wie König erwartet auch Jörg Kloy von SEB Invest eine Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte. Der Manager des SEB Invest Aktienfonds ist daher nahezu voll investiert. Mit-24,53 Prozent liegt das Produkt auf dem 74. Rang, ist unter den zehn "Großen" gleichzeitig das Schlusslicht.

"Zur Zeit favorisiere ich eher die konjunktursensiblen Werte", sagt Kloy. Von einer konjunkturellen Erholung dürften vor allem Deutsche Telekom, Daimler-Chrysler, Bayer und Lufthansa profitieren, wie er glaubt. Bei der hochverschuldeten Telekom kämen andere positive Einzelfaktoren hinzu, wie die niedrigen Zinsen und die Aussicht auf eine staatliche Unterstützung. Einen positiven Schub sollte auch das UMTS-Handy geben, wenn es auf den Markt kommt, ist Kloy überzeugt.

Trotz der engen Anlehnung der Fondsstruktur an die Dax-30-Zusammensetzung versucht er den Index zu schlagen - über Terminmarktinstrumente, sagt Kloy. Er vereinnahme beispielsweise Optionsprämien durch den Verkauf von Optionen auf Aktien, die er ohnehin im Bestand habe. Außerdem könne er über den Dax-Future die Gewichte der großen Titel im Portfolio über die gesetzlichen Höchstgrenzen hinaus erhöhen. So erreiche er unter Berücksichtigung der Terminmarktinstrumente bei Deutsche Telekom ein Gewicht von über elf Prozent, bei Allianz knapp zehn Prozent und bei Siemens über neun Prozent.

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