Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2001

19:00 Uhr

Wertentwicklungsanalyse der größten international anlegenden Aktienfonds

Templeton Growth Fund macht Boden gut

Die Strategen für globale Portefeuilles sind sich uneins bei der Einschätzung der Wachstumsaktien. Manche bleiben skeptisch. Andere sind weiter hoffnungsfroh. Optimistische Häuser wie Union Investment zählen beispielsweise Nokia und Ericsson sowie AOL und SAP zu ihren Favoriten.

HB/vwd FRANKFURT/M. "Technologititel sind trotz der Kursstürze immer noch zu teuer", meint Murdo Murchison. Murchison löste Anfang Januar Mark Holowesko als Fondsmanager des Templeton Growth Fund, Inc. ab. Das Produkt der US-Investmenfirma Templeton ist mit einem Vermögen von rund 15 Mrd. der größte internationale Aktienfonds. Unter allen 238 Produkten dieser Anlageausrichtung kommt er dank einer Zwölfmonats-Performance per Ende November von 20,47 % auf Rang 29. Im Monat November machte er weiter Boden gut, denn der Wertverlust von 3,7 % lag weit unter dem durchschnittlichen Abschlag bei den Konkurrenten von 8,7 %.

Der 1960 aufgelegte Growth Fund investiert ausschließlich in so genannte Value-Aktien, also niedrig bewertete Titel. Seit knapp einem Jahr ist das eine reizvolle Strategie, denn parallel zur anhaltenden Kurs-Talfahrt der Wachstumswerte aus den Technologiesektoren schnitten Value-Titel besser ab. In den Vorjahren dagegen, als die Technologiewerte glänzten und der Value-Gedanke aus der Mode war, machte der Fonds durch schlechte Performance von sich reden.

Murchison erwärmt sich für HSBC und Heinz

Murchison sucht nach billigen Aktien, unabhängig von den Sektoren. Allerdings häufen sich seiner Meinung nach jetzt die Kaufgelegenheiten in den Bereichen Versorgung und Lebensmittel/Haushaltswaren, auf die jeweils rund 8 % der Fondsgelder entfielen. Das gleiche gelte für die Sektoren Banken/Versicherungen bzw. den Handel, in die jetzt 14 % bzw. knapp 7 % der Gelder investiert seien.

Größte Einzelposition des 149 Titel umfassenden Portefeuilles ist HSBC Holdings mit einer Quote von knapp über 2 %. Die Finanzgruppe verfüge über sehr gesunde Kennzahlen und ein Spitzen-Management, so Murchison. Weitere Bankwerte sind die Bank of America und Cheung Kong mit jeweils knapp 2 % Anteil. Ähnlich hoch gewichtet ist die Aktie des US-Nahrungsmittelriesen HJ Heinz. "Heinz verkauft seine erfolgreichen Markenprodukte in über 50 Ländern und zählt selbst zu den bekanntesten Marken der Welt", meint Murchison.

Trotz Überkapazitäten in der Autobranche und dem stockenden Absatz sind Automobiltitel mit General Motors und Ford Motor recht stark vertreten: "Ford ist gemessen am Ertragspotenzial zur Zeit unterbewertet." Knapp 41 % der Fondsgelder sind in USA investiert, 9 % in Großbritannien. Weitere 8 % bzw. 5 % liegen in Hongkong und Japan. Dazu gesellen sich 3 % Anleihen und knapp über 5 % Cash.

Auch der UniGlobal von Union Investment investiert vorzugsweise in Standardwerte. Mit einer Performance von 16,18 % kommt der Fonds der Investmentgesellschaft der genossenschaftlichen Bankengruppe auf Rang 40.

Der verantwortliche Fondsmanager Thomas Meier sucht nach eigenen Angaben nach Unternehmen, die Markt- und Technologieführer sind. Den Crash hat Meier mit einem hohen Kassenbestand abgefedert, der bis zum Spätherbst letzten Jahres rund 10 % betrug. "Jetzt sind wir wieder voll investiert", ergänzt er.

Autowerte trotz schlechter News in den Portefeuilles

Der Blick auf die zehn größten Positionen des etwa 120 Titel umfassenden Fonds zeigt Meiers ungebrochenen Glauben an die Wachstumswerte: Auf Nokia entfallen fast 4 %; jeweils zwischen 1 % und 2 % vereinen Titel wie Cisco Systems, SAP, Vodafone, AOL und Ericsson auf sich. "Die mobile Kommunikation ist nach wie vor ein nachhaltiger Wachstumsmarkt, auch wenn sich die Steigerungsraten naturgemäß etwas abschwächen werden", begründet der Fondsmanager seine Investments in Nokia und Ericsson. Das Bewertungsniveau von SAP und AOL hält der Fondsmanager aktuell für sehr attraktiv.

Ein Gegengewicht zu den Technologietiteln sind im UniGlobal der weltweit größte Pharmakonzern Pfizer sowie die Citi Group mit Quoten von jeweils über 2 %. Philip Morris und die US-Kaffeekette Starbucks rangieren in der gleichen Größenordnung. Auch Meier engagiert sich trotz der momentan gehäuften Negativmeldungen im Automobilsektor. Im Gegensatz zum Templeton Growth präferiert er aber Daimler-Chrysler: "Das Kursniveau wird langsam interessant, obwohl es noch eine Weile dauern dürfte, bis die Probleme bei Chrysler im Griff sind." Bei der Ländergewichtung dominieren im UniGlobal die USA mit 44 %, gefolgt von Großbritannien mit 9 %, Japan mit 8 % und Deutschland mit über 7 %.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×