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02.01.2001

19:00 Uhr

Wertentwicklungsanalyse der Hochzins-Rentenfonds

Mexikos Renditen locken Activest

Käufe von Anleihen aus Schwellenländern lohnen weiterhin. Diese Meinung vertreten einige Experten für die hoch rentierlichen Titel. Allerdings können manche der entsprechend ausgerichteten Fonds die Erwartungen der Anleger nicht erfüllen und bescheren ihnen Verluste. Das belegt der Fonds-Vergleich.

HB/vwd FRANKFURT/M. Bernd Logen mag besonders die Hochzinsanleihen aus Lateinamerika und Osteuropa. Der Experte der Hypo-Vereinsbank-Fondstochter Activest hatte bisher ein gutes Händchen. Er managt den Activest Lux Emerging Rent, einen auf Schwellenländer ausgerichteten Rentenfonds. Unter allen 90 Produkten für Hochzinstitel kommt er dank einer Zwölfmonats-Wertentwicklung per Ende November von 36,05 % auf Platz drei.

"Wir sind der Meinung, dass Emerging-Markets-Anleihen nach wie vor günstig bewertet sind", analysiert der Experte. Die aktuellen Renditevorsprünge dieser Papiere zu US-Staatsanleihen von ungefähr 7,5 Prozentpunkten reflektieren seines Erachtens nach nicht die fundamental verbesserte Situation in diesen Ländern. Logen rechnet in den Vereinigten Staaten mit einer weichen Landung der Konjunktur und im ersten Halbjahr mit zwei Zinssenkungen der US-Notenbank. Deshalb ist seiner Meinung nach ein guter Kaufzeitpunkt für Zinspapiere aus den Emerging Markets nahe.

Gegenwärtig setzt Logen mit 47 % des verwalteten Vermögens auf Anleihen aus Lateinamerika. Mit über 16 % ist Mexiko, das Anfang 2000 von der Rating-Agentur Moody?s den Investmentgrade-Status erhalten hat, am höchsten gewichtet. Die hohe Quote begründet der Activest-Rentenstratege damit, dass das Land von der politischen Stabilität und vom Wirtschaftswachstum sowie als Ölexporteur weiter von den Ölpreissteigerungen profitiere. "Die hohen Bestände an mexikanischen Anleihen machten sich bezahlt; wir haben im Dezember bereits teilweise Gewinne realisiert", sagt Logen. In Brasilien, das mit knapp 16 % im Portfolio vertreten sei, ist der Wachstumsausblick seiner Meinung nach recht günstig.

Neben den lateinamerikanischen favorisiert Logen zurzeit die osteuropäischen Märkte. Bereits sehr gut gelaufen seien russische Anleihen, auf die aktuell 9 % der Fondsmittel entfielen. Über 9 % der Gelder seien in bulgarischen Staatstiteln investiert. Das politisch stabile Balkanland besitze mittelfristig EU-Beitrittsphantasie, so der Fondsmanager. Von den potenziellen osteuropäischen Beitrittskandidaten zur Europäischen Union habe er lediglich Polen mit 3 % im Portfolio berücksichtigt, da Länder wie Polen, Ungarn oder die Tschechische Republik eigentlich nicht mehr den Emerging Markets zugerechnet werden könnten.

Ein Zwölfmonats-Wertverlust von 18,22 % bedeutet für den auf Euro denominierte Unternehmensanleihen spezialisierten Parvest European High Yield Bond C der französischen BNP Paribas Asset Management Rang 90. Die Gründe für dieses negative Ergebnis sieht der von London aus agierende Fondsmanager Stuart Stanley insbesondere darin, dass der Fonds nahezu voll investiert und auf Investments am europäischen Markt beschränkt ist.

Experten kaufen Titel mit Rating "B"

Wie der Experte berichtet, engagierte sich der Fonds im vergangenen Jahr stärker bei Titeln von Ferngesprächs-Telekommunikationsanbietern sowie bei den mit "B" gerateten Papieren. Unter anderem der Preisrutsch bei den Ferngesprächsgebühren, die hohen Preise für die UMTS-Lizenzen und die Ausweitung der Zinsvorsprünge hätten aber zu Kursverlusten geführt.

Wie Stanley erläutert, gehe man nun bei Übergewichtungen von Papieren mit den Ratings "BB" und eventuell auch "BBB" etwas konservativer vor. Um bei "BB"-Anleihen eine bessere Risikostreuung zu erreichen, könnten durchaus auch währungsgesicherte Dollar-Hochzinstitel beigemischt werden.



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