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22.06.2000

18:49 Uhr

Wertentwicklungsanalyse

Euro-Rentenfonds: Mit viel Cash auf Platz eins

Nur der Camco-Fonds weist im Konkurrenzvergleich eine zweistellige Jahresrendite aus. Der zuständige Fondsmanager wird jetzt offensiver, weil er steigende Anleihekurse erwartet.

HB/vwd FRANKFURT/M. Rudy Pomper hat seine extrem hohe Cashquote schon reduziert, trotzdem ist der Baranteil im Camco Fonds Euro-Renten im Konkurrenzvergleich auch jetzt noch sehr hoch. Mit einem Zwölfmonats-Wertzuwachs per Ultimo Mai von 10,48 % belegt das Produkt der zur M.M. Warburg-Gruppe gehörenden Luxemburger Investmentgesellschaft Camco in der aktuellen Auswertung der Euro-Rentenfonds, den früheren DM-Rentenfonds, den ersten Platz.

Pomper, Geschäftsführer von M.M. Warburg und Mitglied des Anlageausschusses des Fonds, investiert eigenen Angaben zufolge vorwiegend in Papiere inländischer Emittenten wie Bundesanleihen, Bankschuldverschreibungen und Pfandbriefe. Pomper zufolge variiert der Investitionsgrad des Camco Fonds Euro-Renten sehr stark.

Die jüngste Zinserhöhung der EZB interpretiert Pomper als eine Art Schlusspunkt. Daraufhin habe er die Liquiditätsquote des Fonds von 40 auf 25 % gesenkt. Im Zuge dieser Umstrukturierung hat er die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen von vier Jahren und sechs Monaten auf sechs Jahre und zwei Monate erhöht. Mit dieser Strategie will er von den erwarteten sinkenden Kapitalmarktrenditen profitieren. Er sieht die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen in den kommenden Wochen von jetzt 5,20 % auf 4,80 % fallen.

Ebenso wie Pomper rechnet auch Rentenexperte Detlef Kohlhase von der Dr. Kohlhase Vermögensverwaltungsgesellschaft vorerst mit keinen weiteren Zinserhöhungen der EZB. Er berät das Fondsmanagement des Oppenheim Spezial IV, der mit einer Performance von 4,73 % auf dem zweiten Platz liegt.

Im Rentenbereich setzt Kohlhase neben Pfandbriefen und Bundesanleihen insbesondere auf Genussschein-Floater von deutschen Kreditinstituten wie Allgemeine Hypothekenbank, Deutsche Hypothekenbank oder DG Bank. Wie der Fondsberater erklärt, werden die Kupons dieser Papiere im Abstand von sechs Monaten an den Sechs-Monats-Euribor angepasst. Abhängig von ihrer Ausstattung liege die Verzinsung der Genussschein-Floater des Fonds zwischen 1,15 und 1,45 Prozentpunkten über dem Geldmarktsatz Euribor. Zudem bestünden bei diesen Vehikeln auf Grund der regelmäßigen Anpassung bei steigenden Zinsen nahezu keine Kursrisiken.

Zurzeit hat der laut Kohlhase sehr defensiv ausgerichtete Fonds etwa 35 % der Mittel im Festgeldern angelegt. Maßgeblich zum Wertzuwachs trug nach seinen Angaben die Aktienbeimischung von 8 % bei.

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