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17.01.2002

08:35 Uhr

Wertentwicklungsanalyse europäischer Aktienfonds für Nebenwerte

Ennismore kommt mit kleinen Werten groß heraus

Die britische Investmentgesellschaft Ennismore hat es geschafft: Ihr Ennismore European Smaller Companies Fund ist der Jahresgewinner 2001 unter den europäischen Aktienfonds für Nebenwerte. Die Anteilbesitzer erzielten einen Wertgewinn von 3,37 %,

HB/vwd FRANKFURT/M. Die britische Investmentgesellschaft Ennismore hat es geschafft: Ihr Ennismore European Smaller Companies Fund ist der Jahresgewinner 2001 unter den europäischen Aktienfonds für Nebenwerte. Die Anteilbesitzer erzielten einen Wertgewinn von 3,37 %, während alle anderen Fonds mit dieser Ausrichtung Verluste einspielten. Die größten Einbussen verzeichneten jene Produkte, die sich auf Wachstumswerte bzw. die Neuen Märkte konzentrieren.

Laut der Ennismorestrategen Gerhard Schöningh und Geoff Oldfield können Anleger nicht ohne weiteres Anteilbesitzer werden. Die Anzahl der Anteile im Fonds ist beschränkt. Zum Kauf angeboten werden nach Auskunft von Ennismore nur die Anteile, die durch Rückgaben zur Verfügung gestellt werden. Doch auch für diesen Fall gebe es bereits eine Warteliste. Durch die frühe Schließung des Fonds habe man die Steuerungsmöglichkeit des Portfolios sicherstellen wollen.

Darüber hinaus trugen laut Schöningh verschiedene Einzeltitel zur guten Fondsperformance bei. Er nennt das britische Wohnungsbauunternehmen Bellway, den österreichischen Notebookhersteller Gericom, den deutschen Sportwagenhersteller Porsche und den deutschen Automobilzulieferer Beru. Zu guter Letzt habe sich auch die hohe Barquote von durchschnittlich 32 % im vergangenen Jahr als Puffer gegen die Börsenverluste erwiesen. Der Barbestand sei inzwischen auf über 36 % angewachsen.

Zu seinen größten Positionen zählten derzeit Puma, Porsche, Beru und Zapf Creation auf Deutschland, Paragon, Reliance Security, Bellway und Monsoon aus Großbritannien, Gericom aus Österreich sowie Vendex aus den Niederlanden. In diesen Werten steckten momentan gut 30 % der Fondsmittel.

Ausschließlich auf das einzelne Unternehmen und nicht auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung achtet auch Emanuel von Spee. Zusammen mit Claire Rodrigue betreut er den Comgest Growth Mid-Caps Europe der französischen Anlagegesellschaft Comgest. Das Produkt ist mit einem Minus 10,96 % der Vizemeister in der Jahresauswertung 2001.

"Wir suchen Firmen, die über ein einzigartiges Produkt verfügen, das zu einem regelmäßigen Unternehmensgewinnwachstum von jährlich 15 Prozent bis 20 % beiträgt", betont von Spee. Beispiele dafür seien das belgische Pharmaunternehmen UCB, das Medikamente gegen Allergien herstelle, sowie die Schweizer Firmen Synthes-Stratec und Disetronic. Synthes-Stratec sei Marktführer für Schrauben und Metallplatten bei schwierigen Knochenbrüchen, Disetronic habe die Marktführerschaft bei Teilen von Insulinspritzen. Neben den beiden deutschen Werten Wella und Gehe gehörten die genannten Titel derzeit zu den Hauptpositionen des Fonds. Allein in diesen fünf Werten steckten derzeit knapp über 30 % der Mittel.

Generell sei der Fonds in nur 25 Einzeltiteln investiert. Den Schwerpunkt bildeten dabei regelmäßig Werte aus den Segmenten Dienstleistung, Pharma/Gesundheit einschließlich Kosmetik sowie Konsum. "Werte aus diesen Bereichen sind weitgehend unabhängig von der globalen Konjunktur", betont von Spee. Deshalb investiere man auch grundsätzlich nicht in konjunkturabhängige Werte wie etwa Automobilhersteller. Tabu seien ebenfalls Finanzunternehmen. "Für nicht analysierbar" halte man auch den Beitrag von Produkten von Medien- und Telekomunternehmen auf den Gewinn der jeweiligen Firma. Deshalb habe man in der Vergangenheit auch nicht in Aktien aus diesen Bereichen investiert.

Übersicht über die Fonds-Gewinner 2001: >>Tabelle

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