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08.01.2003

08:43 Uhr

Wertentwicklungsanalyse europäischer Rentenfonds

Union Investment steigt bei türkischen Anleihen ein

"Die Staaten Mittel- und Osteuropas könnten früher Mitglieder der Europäischen Währungsunion werden als Großbritannien oder auch Schweden, wo der Beitrittswille zuletzt wieder merklich sank", sagt Michael Krautzberger. Der Fondsmanager bei der zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörenden Union Investment steuert mit dem UniEuroAspirant einen Rentenfonds, dessen Anlagestrategie sich stark am politischen Prozess der EU- bzw. Euro-Erweiterung orientiert.

HB/vwd FRANKFURT/M. Deshalb hat er nach eigener Darstellung britische und schwedische Engagements zuletzt etwas gesenkt, während er weiter unvermindert stark auf Anleihen Mittel- und Osteuropas setze. Mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn per Ende November von 9,31 % führt das Produkt den Konkurrenzvergleich von 76 Rentenfonds mit Anlagen in Europa an.

Dem Thema EU- bzw. Euro-Erweiterung sind Krautzberger zufolge etwa die Hälfte der Fondsgelder gewidmet. Über die vergangenen drei Jahre erzielte der Fonds Wertgewinne von über 11 % pro Jahr. "Künftig dürften Renditen von vielleicht acht Prozent zu erzielen sein", meint Krautzberger unter Verweis auf den inzwischen schon ein gutes Stück voran gekommenen Prozess der Renditeangleichung an das niedrigere Euro-Zinsniveau bei einigen EU- bzw. Euro-Aspiranten Mittel- und Osteuropas. Größte Positionen innerhalb der Anlageregion Mittel- und Osteuropa seien mit jeweils rund 20 % ungarische Forint- bzw. polnische Zloty-Anleihen. Ungarn weise nicht nur die höchsten Renditen in der Region, sondern auch eine recht stabile Währung auf. Für Anlagen in Polen sprächen insbesondere die dort hohen Realrenditen. "Neu auf der Agenda" stehe seit kurzem die Türkei, die in der letzten Zeit eine Reihe von Voraussetzungen für eine EU-Mitgliedschaft erfülle. "Hier habe ich bereits eine erste Position in Euro und in der türkischen Landeswährung aufgebaut", verrät Krautzberger. Er fügt hinzu: "Ich kann mir gut vorstellen, dieses Engagement von derzeit etwa drei Prozent zu Lasten der anderen osteuropäischen EU-Beitrittskandidaten noch etwas auszubauen."

Generell keine Engagements in Mittel- und Osteuropa geht der mit einer Performance von 6,24 % auf Platz sieben rangierende DWS (Austria) Europa Rendite ein. "Das passt nicht in das Konzept dieses konservativ anlegenden Fonds, der schwerpunktmäßig in Anleihen mit einem Rating oberhalb ?BBB? und damit vor allem in Staatstitel der etablierter europäischen Staaten investiert", erklärt DWS-Fondsmanager Leif Bjurstroem. Charakteristisch für dieser Produkt sei des weiteren, dass es überwiegend in Euro-Wertpapiere investiere, so dass Währungsrisiken für Euroanleger weitgehend ausgeschlossen seien.

Derzeit steckten rund 95 % der Gelder in Euro-Anleihen. Die restlichen 5 % habe er in dänische Kronen-Anleihen investiert, die ebenfalls kaum ein Währungsrisiko aufwiesen, da sich die dänische Landeswährung nahezu parallel zum Euro entwickle. Momentan denke er allerdings noch über eine Beimischung von Schweden-Kronen-Anleihen nach, da sich die Währung gegenüber dem Euro verbilligt habe und jetzt attraktiv erscheine.

Bjurstroem will nach eigener Darstellung vorerst weiter schwerpunktmäßig auf den Vier- bis Fünfjahres-Laufzeitenbereich setzen, der bisher schon den größten Renditerückgang verzeichnet habe.

Quelle: Handelsblatt

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