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04.02.2001

19:00 Uhr

Wertentwicklungsanalyse gemischter Fonds mit offensiver Anlagestrategie

Ölwerte sind für Allianz-Fonds erste Wahl

Aktien erscheinen wieder attraktiver als noch vor einigen Monaten. Dieser Meinung sind erfolgreiche Manager gemischter Portefeuilles. Einige Strategen wagen auch wieder den Einstieg bei High-Tech-Werten, die im vergangenen Jahr unter die Räder kamen. Auch Öltitel standen auf der Einkaufsliste.

HB/vwd FRANKFURT/M. Annette Lehneke-Sharma und Tim Haaf wollen noch nicht zu stark auf Aktien setzen, denken aber über Zukäufe nach. Bisher zahlt sich die Zurückhaltung für die Manager des Allianz Flexi Euro Wachstum aus: Unter insgesamt 50 gemischten Fonds mit offensiver Anlageausrichtung erreichen sie mit einem Wertgewinn von 8,61 % den zweiten Platz in der Fonds-Bilanz 2000. "Offensiv" bedeutet, dass diese gemischten Fonds, die in Aktien und Anleihen investieren können, den Schwerpunkt grundsätzlich auf Dividendenwerte legen.

>>Tabelle: Dachfonds

>>Tabelle: AS-Fonds

Der ausschließlich im Euroraum investierende Allianz Flexi Euro Wachstum weist in der Regel eine Aktien/Renten-Mischung von 70 % zu 30 % auf. Dies entspricht seiner neutralen Position, erklärt Lehneke-Sharma von der Anlagegesellschaft der Allianz-Versicherung. Ihr zufolge ist das Umfeld für Aktien momentan zwar gar nicht so schlecht. Die amerikanische Notenbank dürfte ihrer Meinung nach ihren expansiven Geldkurs weiter fortsetzen, was positive Impulse für Aktien bringen sollte. Bei Aktieneinkäufen bleibt sie im Moment aber trotzdem noch zurückhaltend. Im Allianz Flexi Euro Wachstum fühle sie sich mit ihrem schon einige Zeit bestehenden leichten Untergewicht bei Aktien noch sehr wohl, betont die Fondsmanagerin.

Vorsichtiges Agieren macht sich bezahlt

Gerade die vorsichtige Haltung gegenüber Aktien und die daraus resultierenden Übergewichtung von Anleihen mit längeren Laufzeiten hätten dem Fonds gut getan. Auch die Bevorzugung defensiver Branchen im Aktienbereich sei eine gute Entscheidung gewesen.

Die derzeitige Aktienquote betrage 69 %. Sie soll jedoch eher aufgestockt werden als der Rentenanteil. Grund: Wenngleich Anleiheexperte Tim Haaf mit einem weiterhin freundlichen Rentenmarkt in Euroland rechnet, verspricht sich das Allianz-Fondsmanagement an den Euroland-Aktienmärkten in nächster Zeit größere Chancen als bei Renten.

Ihre defensive Ausrichtung bei der Branchenstruktur hat Lehneke-Sharma nach eigenen Angaben bereits weitgehend aufgegeben, als die US-Notenbank Anfang des Jahres die Leitzinsen überraschend senkte. Seither richte sie ihr Augenmerk wieder verstärkt auf Werte aus den Branchen Informationstechnologie und Telekommunikation, nicht mehr so sehr auf Pharma-, Nahrungsmittel- und Finanztitel.

Vor kurzem wieder zugekauft habe sie auch Ölaktien. Inzwischen könne man davon ausgehen, dass der Preis für ein Barrel Öl nicht nachhaltig unter die Marke von 24 $ rutschen werde, was Energieaktien eine gute Unterstützung biete. In diesem Segment setzt sie beispielsweise auf Royal Dutch. Andere größere Positionen halte sie bei Nokia, ING und Telefonica.

Alexandra Sieber von Züricher Swissca Portfolio Management AG, einer Tochter der schweizerischen Kantonalbanken, will die Aktienpositionen stärken. Der von ihr und von Beat Gerber betreute Swissca Valca kommt mit einem Wertgewinn von 7,76 % auf den dritten Platz im Konkurrenzvergleich. Im vergangenen Jahr seien Dividendenwerte weitgehend neutral gewichtet gewesen. Neutral bedeute in diesem Fall: 68 % Aktien, 27 % Renten, 5 % Geldmarkt. Charakteristisch für den weltweit anlegenden Swissca Valca, den ältesten Investmentfonds der Schweiz, sei es dabei, dass sowohl auf der Aktien- als auch auf der Rentenseite schweizerische Titel regelmäßig den Schwerpunkt bildeten.

Der Aktienanteil bestehe bei einer neutralen Ausrichtung zur Hälfte aus eidgenössischen Titeln, erklärt Sieber. Sie ergänzt: "Diese Besonderheit hat im vergangenen Jahr nicht unwesentlich zur relativ guten Fondsperformance beigetragen, denn die wenig technologielastige Schweizer Börse gehörte zu den besten Aktienmärkten überhaupt."

Die jüngsten Zukäufe bei Aktien begründet die Fondsmanagerin insbesondere damit, dass der in den USA begonnene Zinssenkungsprozess Dividendentitel jetzt wieder interessant mache. Sieber fügt hinzu: "Unser Ziel ist es eine Erhöhung der Aktienquote auf 70 % - und das in Kürze."

High-Tech-Werte wieder auf der Kaufliste

Die Swissca-Managerin will auch bei der Aktien-Branchenstruktur wieder eine offensivere Marschroute einschlagen. So seien etwa die als defensiv geltenden Pharmawerte bereits reduziert worden, während der Technologieanteil zuletzt wieder aufgestockt worden sei: "Intel beispielsweise kauften wir billig." Künftig übergewichtet werden sollen Sieber zufolge Werte aus dem Chemiebereich. Interessant erscheinen der Fondsmanagerin hier die schweizerischen Ciba und Clariant sowie die holländische Akzo Nobel.

Die >>Tabelle offensiver Mischfonds enthält keine Fonds-Ratings. Wegen der sehr unterschiedlichen Anlageausrichtungen wäre eine vergleichende Bewertung wenig aussagekräftig.

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