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21.01.2001

19:00 Uhr

Wertentwicklungsanalyse internationaler Aktienfonds

ABN Amro gewinnt mit gesunder Performance

Pharmaaktien und günstig bewertete Titel sind die Favoriten an den Börsen. Das spiegelt sich auch in der Siegerliste für die global investierenden Portefeuilles wider. Die Erstplatzierten kommen auf zweistellige prozentuale Wertzuwächse, während der Durchschnittsfonds Verluste verbucht.

HB/vwd FRANKFURT/M. Dank der Konzentration auf die Anlagethemen Gesundheit und Freizeit führt der Global Life Society Equity Fund die Fonds-Bilanz 2000 bei den internationalen Aktienfonds an. Fondsmanager Edward Moolenburgh aus dem niederländischen Hause ABN Amro erzielte trotz schlechter Börsenstimmung im vergangenen Jahr ein Plus von 27,53 %. Das bedeutet Platz eins unter 219 Konkurrenzprodukten.

"Wir investieren weltweit in Unternehmen, die vom weltweiten Bedürfnis nach gesteigerter Lebensqualität profitieren", beschreibt Moolenburgh seine Anlagephilosophie. Diese sei von drei Grundströmungen geprägt: die zunehmende Alterung der westlichen Industriegesellschaften, den Abbau staatlich garantierter Leistungen zur Altersvorsorge und dem allgemein steigende Wohlstand in den Industrieländern. Das Resultat sei eine langfristig steigende Nachfrage nach Gesundheitsprodukten, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie nach Luxusgütern. So steuert der Fondsmanager nach eigenen Angaben 42 % des Fondsvermögens in den Gesundheitssektor, 37 % in Finanzwerte, 13 % in Konsumgüter und 6 % in weitere Konsumwerte. Vor allem die Kursaufschwünge bei den Pharma- und Finanzwerten hätten die Performance im vergangenen Jahr beflügelt.

Großes Vertrauen in die deutsche MLP

Größte Einzelposition mit knapp 4 % Fondsanteil sei CVS Corporation, die führende Drogerie-Kette in den USA. Doch wer auf den Gesundheitssektor setzt, komme auch am weltweit größten Pharmakonzern Pfizer nicht vorbei - Depotanteil über 3 %. Weitere Anlageschwergewichte des 52 Titel umfassenden Portfolios seien Axa, Eli Lilly, MLP und Johnson & Johnson mit jeweils über 3 % Fondsanteil. Prominent seien auch John Hancock, American Express, Phamarcia Corporation und Manulife Financial gewichtet. Moolenburgh ist besonders für Versicherungen und Finanzdienstleister weiterhin optimistisch: "Gerade MLP hat ein interessantes Konzept, das vom Trend zur privaten langfristigen Finanzplanung beflügelt wird."

Auch für den Global Equity Fund von Morgan Stanley lohnte sich die Zurückhaltung bei High-Tech- und Internet-Titeln, die im vergangenen Jahr starke Verluste erlitten. Der auf Platz zwei rangierende Fonds erzielte eine Performance von 20,93 %. "Wir setzen auf Value-Aktien, also auf unterbewertete Titel", sagt die verantwortliche Fondsmanagerin Frances Campion.

Morgan Stanley setzt auf Philipp Morris

Dabei prüfe sie das Verhältnis zwischen dem aktuellen Aktienkurs und dem frei verfügbaren Cash-flow der Firma. Denn einen überschüssigen Cash-flow könnten Unternehmen in die Entwicklung neuer Produkte und die Durchdringung neuer Märkte stecken. "Wir sind auf keine Branche festgelegt, aber vor allem zahlreiche Konsumwerte wie Nestlé und Cadburry Schweppes lockten im letzten Jahr mit niedrigen Bewertungsniveaus", resümiert Campion. Die "zu den besten Konsumgütermarken" zählenden Unternehmen Nestlé und Schweppes hätten im Portfolio Anteile von jeweils fast 2 %.

Im Vordergrund stünden die Sektoren Telekommunikation, Konsum und Energie. Doch die größte Fondsposition sei der weltweit führende Tabak-Konzern Philipp Morris. Nach Ende der Kursbelastungen durch die Schadensersatzklagen habe sich die Notierung seit Anfang 2000 mehr als verdoppelt.

Unter den größten Positionen seien auch Telekom-Werte wie Verizon, SBC und NTT. Der Value-Ansatz bedeute keinen generellen Verzicht auf Technologietitel. Weitere Fondsschwergewichte sind laut Campion Exelon, Total Fina, General Dynamics und Albertonsons mit ebenfalls jeweils rund 2 % Fondsanteil. Insgesamt will sich Campion aber auch dieses Jahr im Technologiesektor eher zurückhalten. Zur Erklärung verweist sie auf die sich abschwächende US-Konjunktur, was insbesondere die Ertragszahlen der Wachstumsfirmen belasten dürfte: "Andererseits haben die teilweise irrationalen Kurskorrekturen gerade im TMT-Sektor nun einige Kaufgelegenheiten hervorgebracht."



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