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04.01.2002

08:33 Uhr

Wertentwicklungsanalyse internationaler Rentenfonds

Unternehmensanleihen verlieren an Attraktivität

Den meisten Rentenmärkten traut Luc D?hooge keine größere Aufwärtsbewegung mehr zu. Die weltweite Konjunkturschwäche dürfte ihrem Ende zusteuern, begründet dies der Rentenfondsmanager bei Dexia Asset Management, die zur Banque International a? Luxemburg gehört. Deshalb wolle er den von ihm gemanagten Dexia Bonds International C in Bezug auf die Währungsaufteilung und die Laufzeitenstruktur weitgehend "neutral" halten.

HB/vwd FRANKFURT/M. Unternehmensanleihebestände will er reduzieren. In den vergangenen zwölf Monaten (per Ende November) verbuchte der Fonds einen Wertzuwachs von 9,70 Prozent. Mit diesem Ergebnis führt er die Liste der 175 international anlegenden Rentenfonds an.

D?hooge hält den jüngsten Renditeanstieg am US-Rentenmarkt für übertrieben. Deshalb will er in den USA vorerst übergewichtet bleiben. Aktuell, so der Fondsmanager, habe er die USA mit rund 29 Prozent im Portfolio berücksichtigt - gegenüber 25 Prozent im Vergleichsindex. Der Euroraum sei mit rund 59 Prozent gegenüber 65 Prozent unterrepräsentiert.

Gut 30 Prozent der ihm anvertrauten Gelder habe er seit geraumer Zeit in Unternehmensanleihen angelegt und sei damit auch in diesem Segment deutlich überrepräsentiert. Die meisten der Unternehmensanleihen im Portfolio seien jedoch von guter Qualität, betont D?hooge. Derzeit entfielen beispielsweise nur 1,5 Prozent der Gelder auf Titel mit "BBB"-Rating. Anleihen unterhalb dieser Ratingstufe meide er ganz. Seit kurzem reduziert der Fondsmanager nach seinen Angaben die Unternehmensanleihebestände: Sie würden an Attraktivität verlieren, wenn ihr Renditevorsprung gegenüber vergleichbaren Staatsanleihen - wie von ihm erwartet - weiter abschmelze.

Ebenfalls nur Anleihen mit einem Mindestrating von "BBB" kaufen die Metzler-Fondsmanager für den RWS-Renditefonds-MI. Das Produkt der Fondsgesellschaft der Privatbank Metzler kommt mit einem Wertverlust von 0,89 Prozent nur auf den drittletzten Platz. Der RWS-Renditefonds könne bis zu einem Viertel seiner Mittel in Aktien investieren.

Ein Metzler-Fondsmanager räumt ein, dass gerade die Aktienbeimischung entscheidend zum schwachen Abschneiden in den vergangenen Monaten beigetragen habe. In nächster Zeit plane man jedoch, die derzeit bei etwas über zehn Prozent liegende Aktienquote noch weiter auszubauen. Die Fondsmanager begründen dies mit der expansiven Geldpolitik der Notenbanken, die bald zu einer Erholung der schwachen Weltkonjunktur - und damit der Aktienmärkte - führen sollte. Titel, die überproportional auf die Entwicklung des Gesamtmarktes reagierten, würden übergewichtet. Gut investiert bleibe man demnach bei Aktien aus dem Technologie- und Telekomsektor, wie Telefónica, Vodafone oder Nokia, sowie bei konjunktursensiblen Werten, wie Stora Enso oder Karstadt.

Da Unternehmensanleihen von einer Konjunkturbelebung profitieren würden, planen die Anlagestrategen im Jahresverlauf Zukäufe. Aktuell entfielen knapp sieben Prozent der Fondsmittel auf diese Anlageform. An den Rentenmärkten seien die jüngsten Kursverluste zwar eine "Übertreibung". Langfristig sei jedoch von steigenden Renditen gerade im längerfristigen Laufzeitenbereich auszugehen. Deshalb plane man eine Verkürzung der Laufzeitenstruktur im Jahresverlauf.

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