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24.03.2003

08:07 Uhr

Wertentwicklungsanalyse weltweit anlegender Aktienfonds

Julius Bär und Warburg begrenzen Verluste mit hohen Barbeständen

Hohe Barbestände werden sich weiterhin lohnen. Das glaubt Emanuele Pignatelli, der die jüngste Kurserholung an den Aktienmärkten mit Skepsis betrachtet. "Wir erwarten, dass die Börsen in den nächsten vier Wochen erneut nach unten korrigieren", prognostiziert der Fondsmanager der Schweizer Vermögensverwaltungsgesellschaft Camco.

HB/vwd FRANKFURT/M. Pignatelli steuert den JB Multipartner Equity Fund-Camco1 F. Das Produkt der schweizerischen Bank Julius Bär hat in den zwölf Monaten per Ende Februar zwar 17,65 % verloren, liegt damit aber auf Rang fünf unter 353 international investierenden Aktienfonds.

Fallen die Kurse tatsächlich noch tiefer, will Pignatelli die Aktienquote wieder aufstocken. "Langfristig bieten werthaltige Aktien von Unternehmen wie Heineken, Nestlé oder Unilever gute Anlagechancen", erklärt er. Aktuell liege der Aktienanteil im Fondsportfolio mit rund 66 % allerdings "am unteren Limit".

Regional sei der Fonds fast nur noch in Europa investiert. "Wir sehen in Europa den größten Mehrwert, weil die europäischen Börsen stärker als andere korrigiert haben", begründet Pignatelli diese Anlageentscheidung. Zudem wolle er wegen der Dollaranfälligkeit keine Position in der US-Währung haben. US-Titel, auf die Ende 2002 noch etwa 18 % der Fondsmittel entfallen seien, habe er in den vergangenen Wochen vollständig verkauft. Zu den größten Positionen zählten die niederländische Ölgesellschaft Royal Dutch, der italienische Energieversorger Eni und das schweizerische Maschinenbauunternehmen Schindler.

Mit minus 18,73 % belegt der Warburg-PrivatConsult-Fonds Platz sechs. "Bei diesem Produkt können wir die Aktienquote bis auf 100 Prozent erhöhen. Sie kann im Extremfall aber auch auf Null zugunsten von Renten- oder Geldmarkttiteln abgesenkt werden", sagt Gerhard Müller. Er berät die zur Hamburger Warburg Bank gehörende Warburg-Invest beim Management des Produktes.

Aktuell liege die Aktienquote nur noch bei 33 %. Der Rentenanteil sei kürzlich um etwa 15 auf rund 26 % reduziert worden, so dass der Fonds jetzt eine sehr hohe Kasse von rund 41 % aufweise. Weil die Zeiten einer positiven Rentenmarktentwicklung vorbei seien, böten mittel- und langfristig hauptsächlich Aktien eine sinnvolle Anlagealternative, so der Fondsberater weiter. Er verrät: "Deshalb werden wir diese Quote in absehbarer Zeit wieder auf über 50 Prozent erhöhen".

Weiter aufstocken wolle er dabei insbesondere die Bereiche, in denen er jetzt schon relativ stark engagiert sei, nämlich Telekom, Technologie und Banken. Innerhalb des Telekomsektors gefielen ihm besonders die Aktien der Deutsche Telekom. Im Bankensektor habe er zuletzt vor allem die Positionen in Deutsche Bank, HypoVereinsbank und Commerzbank aufgestockt. Der Technologiebereich sei zum größten Teil über die französische Alcatel abgedeckt. Prominent berücksichtigt ist laut Müller auch Daimler-Chrysler.

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