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30.01.2003

08:04 Uhr

Wertenwicklungsanalyse der Aktienfonds für japanische Standardwerte

Pictet und Axa halten Verluste in Grenzen

Er macht Verluste, steht aber noch besser da als die Konkurrenten: Richard Heelis, der Japan-Fondsmanager des Schweizer Investmenthauses Pictet.

HB/vwd FRANKFURT/M. Heelis verwaltet den Pictet P.I.F.-Japanese Equities, der mit einem Minus von 18,62 % die Jahresbilanz 2002 der Aktienfonds für japanische Standardwerte anführt.

Der Pictet-Manager gibt sich weiterhin äußerst vorsichtig und zurückhaltend, der Ausblick für 2003 bleibe unsicher. "Die Konjunkturdaten bleiben schlecht, die Investoren sind verunsichert, und keiner weiß, wann und ob der Bankensektor erfolgreich reformiert werden kann", räumt er ein. Einen Funken Hoffnung zieht der Pictet-Manager aus dem Wechsel an der Spitze der Bank of Japan, der im März ansteht. "Premierminister Koizumi hält die Bekämpfung der Deflation für die höchste Priorität. Wenn der neue Mann an der Spitze der Bank of Japan einen aggressiven Standpunkt einnimmt, könnte dies positive Auswirkungen haben", hofft Heelis.

Einstweilen beziehe er in punkto Investitionen den Standpunkt, in möglichst neutrale Sektoren anzulegen. Dazu zählt für den Fondsmanager vor allem der Handel - in allen Bereichen. Sein Augenmerk liege dabei darauf, dass auch der Kunde sparen wolle. Eine große Position im Fonds würden daher Aktien der Supermarktkette Uny Co einnehmen: "Die Firma verkauft viele Sachen, die es im Einzelhandel gibt, um einiges billiger - und profitiert von den Schließungen anderer Märkte wie beispielsweise Mycal." Heelis setzt aber auch auf den Technologie-Sektor, zumindest im kleineren Rahmen: Hitachi Chemical sei so ein Fall. Die Firma profitiere von verbesserten Aussichten bei der Nachfrage nach LCD-Anzeigen und Monitoren. Zu seinen Favoriten gehöre nach wie vor auch Fuji Photo: "Das Unternehmen ist Nutznießer der stark gewachsenen Nachfrage nach Digitalkameras und die Restrukturierungen bei Fuji Xerox wirken sich bereits aus."

Kunio Noguchi von der Axa Rosenberg setzt in 2003 bei seinen Investitionen auf eine starke Streuung. Der Japan Equity Alpha Fund B der Investmentsparte der Axa-Versicherung liegt mit einem Wertverlust von 19,19 % knapp hinter Pictet auf dem zweiten Platz. Die Streuung, die Noguchi auch in diesem Jahr fortsetzen will, hangelt sich in erster Linie an der Zusammensetzung des Topix-Index entlang: "Die Namen in unserem Portfolio sind allseits bekannt - Namen wie NTT Docomo, Toyota und Sony. Wir verändern nur jeweils leicht die Gewichtung gegenüber der Benchmark, je nachdem wie gerade unsere Beurteilung der einzelnen Werte ausfällt", erläutert der Japaner.

Streuung und Kontinuität der einzelnen Positionen - das ist das Rezept, an dem Noguchi festhalten will. Dabei steche der Telekommunikationsriese NTT Docomo als größte Einzelposition mit mehr als 5 % Anteil am Fondsvermögen hervor. Nur noch Toyota Motor komme auf eine ähnlich hohe Quote. Alle anderen Titel, wie beispielsweise Honda Motor, Takeda Chemical Industries oder Sony, rangierten bei knapp 2 % Anteil am Fondsvermögen.

Ein stets volles Investment und - daraus folgend - eine äußerst kleine Cash-Position machen nach Einschätzung des Managers den Fonds anfälliger für die negativen Tendenzen des Marktes. Generell ändere er seine Investmentstrategie aber nicht, egal, ob der Markt sich gerade am Boden befinde oder nicht. "In jedem ökonomischen Klima suchen wir nach unterbewerteten Aktien, die eine gute Chance haben, in einem Zeitraum von 12 bis 18 Monaten zu ihrer eigentlichen Bewertung zurückzukehren", erklärt der Axa-Rosenberg-Manager seine Vorgehensweise.

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