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27.01.2003

07:34 Uhr

Wertpapieraufsicht zieht Bilanz

Deutlich mehr Verfahren gegen Insider

VonPeter Köhler

Auch 2002 haben wieder zahlreiche Anleger versucht, auf illegalem Weg an der Börse Geld zu verdienen.

FRANKFURT/M. Die Zahl der neuen Insideruntersuchungen der Wertpapieraufsicht nahm sprunghaft auf 69 Fälle zu, 2001 waren es nur 55 gewesen, sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dem Handelsblatt. Hinzu kamen noch 17 Untersuchungen wegen des Verdachts auf Kurs- oder Marktmanipulation. 15 Insiderverfahren, die auch aus früheren Jahren herrühren, wurden im Berichtszeitraum eingestellt, 34 an die Staatsanwaltschaften abgegeben.

Zu den Ursachen für den Anstieg der Untersuchungen sagte die Sprecherin, die bessere personelle Ausstattung habe sich bezahlt gemacht. Mittlerweile seien beispielsweise zehn Analysten nur mit der Beobachtung von Kursverläufen betraut, börsentäglich würden 1,7 Millionen Daten ausgewertet. Außerdem seien die Marktteilnehmer sensibler geworden und gäben mehr Hinweise.

Trotz der Erfolge der Wertpapieraufseher landete auch 2002 nur ein Bruchteil der Fälle vor Gericht. Die Staatsanwaltschaften teilten der BaFin mit, dass sie insgesamt 52 Insiderverfahren abschlossen hätten, wobei 50 eingestellt wurden. Lediglich drei Täter wurden im vergangenen Jahr verurteilt.

Die BaFin ist angesichts dieser mageren Ergebnisse dafür, in Deutschland Schwerpunktstaatsanwaltschaften zu schaffen. Bisher sind die Strafverfolgungsbehörden am Wohnsitz der Beschuldigten zuständig. Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch fordert eine Konzentration der Ermittler in der Finanzmetropole Frankfurt, um Kapitalmarktdelikte schärfer bestrafen zu können.

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