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17.01.2003

09:41 Uhr

WestLB stuft Aktie hoch

Lion Bioscience schließt Lizenzvertrag mit Eli Lilly

Das Heidelberger Bioinformatikunternehmen Lion Bioscience hat mit dem US-Pharmakonzern Eli Lilly einen weltweiten Lizenzvertrag für seine SRS-Software geschlossen.

Reuters FRANKFURT. "Lilly wird SRS weltweit einsetzen und wir gehen davon aus, dass sich hieraus eine langjährige und enge Zusammenarbeit mit Eli Lilly and Company entwickeln wird," teilte Daniel Keesman, Vorstand Sales, Marketing und Professionell Services von Lion Bioscience am Freitag mit. Zu finanziellen Fragen sei Stillschweigen vereinbart worden, ergänzte eine Lion-Sprecherin. Es handele sich aber um einen großen und wichtigen Vertrag.

Die Lion-Aktie lag am Nachmittag auf Höhe des Vortagesschlusskurses bei 5,49 Euro, nachdem sie zuvor zeitweise mit 5,70 Euro gehandelt worden war. Angesichts der starken Kursgewinne des Papiers bereits am Vortag analysieren die Aufsichtsbehörden nach Aussagen einer Sprecherin derzeit den Kursverlauf bei Lion.

Neben der SRS-Integrationssoftware beinhalte die Lizenz zusätzliche Module zur Verbesserung der Wirkstoff-Forschung, teilte die im Auswahlindex Nemax50 des Neuen Marktes gelistete Gesellschaft mit. Die SRS-Technologie ist eine Softwareplattform, mit der Pharmafirmen bei der Medikamentenforschung ihre Daten sammeln und aufbereiten können.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) analysiert nach Angaben einer Sprecherin den Handelsverlauf bei Lion Bioscience im Vorfeld der Meldung auf mögliche Insidergeschäfte. Am Donnerstag hatte die Aktie zwischenzeitlich mehr als elf Prozent zugelegt. "Es handelt sich dabei aber nur um eine routinemäßige Analyse, nicht um eine formale Untersuchung", sagte die Sprecherin. Eine Lion-Sprecherin sagte dazu: "Wir sind mit der BaFin in Kontakt, um zu klären, was es mit dem Vorgang auf sich hat." Das Unternehmen unterstütze das BaFin in der Untersuchung des Vorgangs.

Vor wenigen Tagen hatte Lion für das gesamte Geschäftsjahr bis Ende März 2003 sein Umsatzziel von 30 Millionen Euro bekräftigt und für das dritte Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorquartal in Aussicht gestellt. Zugleich hatte Lion-Vorstandschef Friedrich von Bohlen mitgeteilt, die Heidelberger hätten mehrere SRS-Lizenzen an Pharma-Konzerne in den USA und Europa verkauft.

Unterdessen stufte das Bankhaus WestLB Panmure die Lion-Aktie hoch auf "Outperform" von zuvor "Neutral". Die Lizenzvereinbarung mit Eli Lilly unterstreiche die Fähigkeit von Lion zur Datenintegration bei der Medikamentenerforschung. Zudem sei das Bankhaus der Ansicht, dass bei den eingefrorenen Budgets für das Outsourcing von Informatikprojekten für die Forschung nun langsam Tauwetter einsetze. Nach Einschätzung der WestLB Panmure liegt das Volumen des abgeschlossenen Lizenzvertrags mit Eli Lilly wahrscheinlich im mittleren einstelligen Millionen Euro-Bereich.

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